Chronik

In Saalfelden und Leogang stehen die Berge eine Nacht lang in Flammen

Wenn die Nächte am kürzesten sind, brennen in Saalfelden und Leogang die Berge. Bei Einbruch der Nacht entzünden die Einheimischen am Samstag auf den Graten, Gipfeln und in den Senken unzählige Feuer, die dann die Berge geradezu mystisch wirken lassen.

Der Brauch der Bergfeuer geht bis ins 12. Jahrhundert zurück und soll böse Dämonen abwehren und das Wachstum und die Fruchtbarkeit fördern. In Saalfelden und Leogang gelten diese Feuer als besonders schön und aufwendig.

Mitglieder des Alpenvereins, des Bergrettungsdienstes, der Feuerwehr und der Naturfreunde setzen am Samstag (23. Juni) ab 21 Uhr mit den vielen Feuern die Leoganger Steinberge und das Steinerne Meer in Szene. Vom Tal aus lassen sich dann die leuchtenden Umrisse der Berge und die vielen Feuerbilder besonders schön beobachten. Aufgrund der Witterung war zunächst unklar, ob das Spektakel heuer stattfinden kann. Samstagmittag gab die Feuerwehr Saalfelden schließlich bekannt, dass die Bergfeuer definitiv auch in diesem Jahr entzündet werden.

Eines der bekanntesten Bergfeuer ist das Edelweiß in der Schneegrube des Steinernen Meeres, zwischen Persailhorn, Mitterhorn und Breithorn. Seit über 50 Jahren zeichnet die Feuerwehr Saalfelden auf über 2000 Metern das 100 Meter breite und 180 Meter lange Edelweiß mit rund 800 Feuerstellen in die Schneegrube. Wie groß das Bildnis genau wird, hängt immer von den aktuellen Schneeverhältnissen ab.

Eines der bekanntesten Bergfeuer ist das Edelweiß in der Schneegrube des Steinernen Meeres. SN/peter kuehnl
Eines der bekanntesten Bergfeuer ist das Edelweiß in der Schneegrube des Steinernen Meeres.

Vom Gipfel des Asitz tausende Feuer beobachten

Am Samstagabend gibt es in Saalfelden Leogang drei verschiedene Veranstaltungen zur Sommersonnenwende: In Leogang fährt die Asitz-Bergbahn von 17 Uhr bis Mitternacht und bringt Gäste hinauf zur Bergstation auf 1760 Meter zum "Fest am Berg - Berge in Flammen". Nach einer knappen halben Stunde Fußmarsch ist man auf dem Gipfel des Asitz, von wo aus es einen wunderbaren Rundumblick auf die vielen Sonnwendfeuer gibt. In der Pfarrkirche Leogang wird es in diesem Jahr anlässlich des Stille-Nacht-Jubiläums ein Konzert mit Chor- und Instrumentalmusik geben. In Saalfelden veranstaltet die Eisenbahner Stadtkapelle ein Sonnwendfest am Ritzensee mit musikalischer Unterhaltung und kulinarischen Spezialitäten. Auf den Bergkämmen rund um das Saalfeldener Becken und in der Schneegrube leuchtet es ebenfalls.

Sommersonnenwende entscheidet über das Wetter

Die Sommersonnenwende ist seit Urzeiten wichtig für die bäuerlichen Wetterprognosen und Hintergrund von Brauchtum und Aberglaube. Johannisfeuer sollen beispielswiese Unwetter fernhalten und zu dieser Zeit geernteten Pflanzen wird eine besondere Heilkraft zugesprochen. Und auch heute beobachten Meteorologen in dieser Zeit das Wetter ganz besonders aufmerksam. Denn wenn sich rund um den Johannistag, Siebenschläfer und Peter&Paul (24., 27. und 29. Juni) ein Azorenhoch aufbaut, ist dies ein Garant für einen stabilen und schönen Sommer in Europa.

Quelle: SN

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