Chronik

In sieben Tagen mit zwei PS von Obertrum nach Obertauern und zurück

Nur das Nötigste kam mit. Die Quarter Horses "Honey" und "Samira" von Kurt Lassacher begleiteten ihn und seinen Freund vom Seppngut in seine Heimat. Hinter ihnen liegen 300 km. Der höchste Punkt lag auf 2200 Metern.

Ein Ersatzhufeisen, Hufzange, Verbandstasche, Messer, Becher, Holzlöffel, Feuerstahl, Seil, Warnweste, eine Handvoll Lockhafer, Speck von seinem Cousin Gert Brandstätter aus Höf und die eingeschweißte Landkarte - das befand sich in den Satteltaschen von Pferdetrainer Kurt Lassacher und seinem Freund Oleg Kolbin aus der Schweiz. Auf neue technische Geräte wie GPS oder Routenmesser verzichteten sie. Und ein Handy? Das alte diente als Fotoapparat, das neue blieb zu Hause.

Kurt Lassacher kommt aus Höf/St. Michael im Lungau, lebt in Seekirchen. Seine Pferde haben auf dem Seppngut von Franz Kriechhammer in Obertrum eine tolle Heimat gefunden. "Ich durfte aus den Garagen Boxen machen, eine ist die Sattelkammer", sagt Lassacher.

Dieses Ambiente verließ er mit Oleg Kolbin, der in Vorarlberg in einem Milchviehbetrieb arbeitet, Ende Juni in Richtung Lungau - bei strömendem Regen. "Von unserer Tour waren die ersten viereinhalb Tage verregnet. Da kannst nichts machen", sagt er. Trotzdem war der Weg Richtung Obertauern über Pässe und Almen am schönsten und beeindruckendsten. Am ersten Tag starteten sie um 5 Uhr morgens und erreichten Hintersee um 2 Uhr nachts. "In Seekirchen hat mich ein rasender Autofahrer fast am Steigbügel erwischt." Am Tag zwei ging's zur Thurnaualm auf der Postalm, am Tag drei nach Neuberg/Filzmoos, am vierten Tag zur Oberhütte. Am nächsten Tag blieb den Wanderern zu Fuß und zu Pferd nichts anderes übrig, als die Straße entlang von Obertauern nach Untertauern zu gelangen. "Dort gab es keine andere Möglichkeit." Mit Warnwesten bekleidet, war das der anstrengendste Teil der Reise. "Dort, wo es früher Steige und Wege gegeben hat, kommst du zu Fuß nicht weiter. Alles eingezäunt. Dort hat der Fußgeher keinen Platz mehr."

Und am Tag sechs erreichten sie von Radstadt aus Tenneck, am Tag sieben ging's heim zum Seppngut, über Eben, den Pass Lueg - "dort war es menschenleer und totenstill" - und Hallein - "hier sind wir direkt durch die Stadt geritten", - Elsbethen, Gnigl, Hallwang, die Ischler Trasse. "Ab Gnigl haben wir die Pferde geführt."

Nun war die Schleife geschlossen. "Die Pferde haben überall mitgemacht und immer ihr Bestes gegeben." Es sind diese Erlebnisse, wie im Freien zu schlafen, nur mit einer Rettungsdecke zugedeckt, sich in Gebirgsbächen zu waschen, ganz der Natur hinzugeben, nass bis auf die Haut zu sein oder auch die schmerzenden Füße, die Kurt Lassacher geprägt und "anders gemacht" haben.

Die meisten Begegnungen mit Mensch und Tier waren positiv und einmal mehr wurde ihm klar, wie wichtig es ist, Rücksicht auf andere Lebewesen zu nehmen.

Mit seinem Tourpartner Oleg spürt er seitdem eine große Verbundenheit und in Sachen Pferdearbeit wurde er bestätigt. "Ich habe meine Pferde so trainiert, dass sie vertrauensvoll überall mit mir hingehen." Zu sehen ist der "Pferdemensch" am 11. und 12. August im Reitstall Voggenberger in St. Georgen, wo er einen Kurs gibt.

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