Chronik

In zehn Tagen tritt Innenstadtsperre in Kraft

Am 16. Juli tritt in Salzburg die Innenstadtsperre in Kraft. Für fünf Wochen ist dann die Einfahrt werktags von 10.00 bis 14.00 Uhr nur mit Berechtigung erlaubt. Daneben wird eine verschärfte Schlechtwetter-Verordnung gelten.

In zehn Tagen tritt Innenstadtsperre in Kraft SN
Die Altstadt soll im Sommer gesperrt werden. Die Besucher sollen zu Parkplätzen außerhalb der Stadt ausweichen. 

Durch die strengere Schlechtwetter-Verordnung erhofft man sich, dass Salzburg heuer nicht an Regentagen im Stauchaos versinkt, meinte Verkehrsstadtrat Johann Padutsch (Bürgerliste) am Freitag bei einem Pressegespräch.

Seit Jahren jeden Sommer dasselbe Bild: An Regentagen strömen Tausende Bade-Urlauber mit ihren Autos in die Mozartstadt und möglichst weit ins Zentrum. Die Garagen sind bald voll und spätestens am späten Vormittag geht auf den Straßen in ganz Salzburg nichts mehr. Die bisherige Verordnung, die ein Ableiten des Verkehrs auf den Park-and-ride-Parkplatz (P+R-Platz) beim Messezentrum vorsieht, griff nicht immer wie gewünscht.

Daher wurde die Sperre eingeführt. In der Hitze der Debatte erklärten die Gegner die Altstadt schon zum "Ground Zero" oder zur "Todeszone", heute sind diese Begriffe durch "Mittagsregelung" oder gar liebevoll "Mittagspause" ersetzt worden. "Zuletzt gab es nicht mehr die grausliche Botschaft, dass wir die Gäste vertreiben wollen", so Padutsch. Konkret wird die Einfahrt vom Müllner Hügel, durchs Neutor und von der Staatsbrücke untersagt. Ausgenommen sind nur Menschen mit Berechtigung, wie Bewohner, Arbeitnehmer, Hotelgäste, Lieferanten, Gehbehinderte oder der öffentliche Verkehr. Diese müssen einen Nachweis bei sich haben. Die Polizei wird die ersten beiden Tage nur ermahnen, ab dem dritten Tag gibt es anzeigen, kündigte Stadtpolizei-Kommandant Manfred Lindenthaler an.

Gleichzeitig erfährt die Schlechtwetter-Verordnung zwei Verbesserungen: Sie wird bei entsprechendem Wetterbericht schon am Nachmittag des Vortages verhängt und auch entsprechend kommuniziert. Und zweitens stellt der Flughafen 400 Stellplätze als P+R-Plätze zur Verfügung. "1.000 Kraftfahrzeuge ergeben sieben Kilometer Stau. Wenn wir die draußen halten können, dann müsste es heuer relativ normal über die Bühne gehen", so Padutsch.

Springender Punkt ist, dass die Botschaft auch in der Hotellerie der Region ankommt und von dort an die Gäste weitergetragen wird. Dazu wurden über 4.000 Hotels angeschrieben und mit Werbe-Material versorgt. Außerdem wird mit Plakaten und auch auf den Autobahnen und Zufahrtstraßen auf die neue Situation hingewiesen. Zudem werden Ortsfremde mit einem neuen Leitsystem zum P+R-Platz gelotst, wo alle fünf Minuten ein Obus ins Zentrum abfährt. Das ganze P+R-Ticket für fünf Personen bescheidene zwölf Euro kostet.

Ob bei Erfolg eine räumliche oder zeitliche Ausweitung der Sperre denkbar ist? "Ich glaube, die Zeit ist reif, dass wir die großen Freiräume dieser schönen Stadt nicht nur dem Verkehr zur Verfügung stellen sollen", so Padutsch. Er kann sich vorstellen, "dass aus der Fünf-Wochen-Regelung auch eine gewisse Dauerregelung werden könnte, aber unter anderen Rahmenbedingungen". Zum Beispiel, dass man die Einfahrt in die Innenstadt erlaube, aber die Durchfahrt untersage.

(SN/Apa)

Aufgerufen am 27.04.2018 um 07:04 auf https://www.sn.at/salzburg/chronik/in-zehn-tagen-tritt-innenstadtsperre-in-kraft-5955292

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