Chronik

Ingrid Ronachers Weg zu WM-Gold

Viehhofen feiert sensationell eine Weltmeisterin. Ingrid Ronacher hat sich jedes Gramm ihrer Goldmedaille im 3D-Bogenschießen hart erkämpft.

Los ging's mit einer 30-stündigen Odyssee. Mit Sorgen, ob das Material ankommt. Es gab Flug-Stopps mit Umstiegen in Amsterdam und Minneapolis, der Zielflughafen war Edmonton. Am Ende ging es drei Stunden im Bus nach Lac La Biche, einem kleinen kanadischen Ort. "Das liegt in der Mitte von Nichts, aber sie haben ein neues Bogensportzentrum. Der Ort hat sich für die WM-Teilnehmer, die aus 25 Nationen gekommen sind, fein herausgeputzt", sagt Ingrid Ronacher.

Eine Medaille in der Compound-Klasse war das Ziel, die Qualifikation gab der Viehhofenerin aber zu denken. Am ersten Tag habe sie mit Platz 13 eine "Detschn" bekommen. "Bei uns haben die 3D-Hirsche die richtige Größe, hier haben wir zum Beispiel auf einen hundshohen Elch geschossen." Doch sie fand sich immer besser zurecht, beendete die Quali als Zwölfte, "dann habe ich von hinten aufgeräumt."

Fünf K.o.-Duelle später stand ihr Finaleinzug fest. Vier 3D-Tiere entschieden über den Sieg. Vier Pfeile, mit den Ronacher 42 von 44 möglichen Punkten erzielte. Drei mehr als ihre französische Gegnerin. Um 16 Uhr Ortszeit war mitten in Kanada ein Pinzgauer Jubelschrei zu hören.

Ähnlich laut, gegen Mitternacht in Viehhofen, wurde es im Glemmerhof, wo rund 20 Fans den Livestream verfolgten. "Da ging's rund bei uns. Ingrid hat unglaublich starke Nerven", sagt Vater Richard. "Leicht nervös war ich vor dem Finale, aber beim ersten Tier schon so ruhig wie sonst", ergänzt die Weltmeisterin, die sich geschworen hatte, nicht zu weinen. "Bei der Hymne konnte ich nicht mehr anders."

Am Dienstag voriger Woche sorgten 120 Gäste in der Feuerwehr-Zeugstätte für einen würdigen Empfang. Die Trachtenmusikkapellen Maishofen (Ingrid Ronacher spielt Waldhorn) und Viehhofen waren da, Vertreter vieler Vereine, Freunde, Familienangehörige und natürlich Mitglieder des BSV Glemmerhof. Der TVB Viehhofen und die Gemeinde überreichten als Honorierung einen Scheck über 3000 Euro.

Geehrt wurde nicht nur Ronacher, sondern mit Hermann Berger aus Lofer ein weiterer Glemmerhof-Schütze. Er zeigte bei seinem ersten WM-Auftritt bärenstarke Leistungen, schaffte es bis ins Duell um Bronze. Bitter: Mit 29:31 Punkten schoss er letztlich haarscharf an der Medaille vorbei. "Sehr schade, aber er hat sich grandios geschlagen", sagt Ronacher in Richtung ihres Kollegen.

Die 30-Jährige betreibt den Bogensport seit 16 Jahren, vor vier Jahren schaffte sie mit dem Titel bei der "WM des Breitensports" den Schritt Richtung Spitzensport - zu den "World Archery"-Bewerben. Nach je einem Quali-Aus bei der EM und WM und einem fünften EM-Platz 2018 feierte sie nun den größten Erfolg, den es im 3D-Bogenschießen zu erreichen gibt.

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