Chronik

Innergebirg große Schäden: Gewitter waren kurz und heftig

In Zell am See fuhren die Seilbahnen nach Blitzeinschlägen nicht mehr. Glück im Unglück hatte man im Thomatal und in Bad Gastein.

Richtig extrem sei das Gewitter gewesen, sagt Volker Mörtl. Der Ortsfeuerwehrkommandant von Thomatal war die ganze Nacht im Einsatz, nachdem eine Mure zwischen einem Stall und einer Remise im Ortsteil Bundschuh niederging. "Der Bach hat das viele Wasser einfach nicht mehr fassen können." Der Landwirt dem die Remise, das "Fischerstüberl", und der Stall gehört, habe aber auch Glück gehabt: Das Wohnhaus war von den Gesteinsmassen nicht betroffen.

Allerdings wurde die Trinkwasserversorgung zu dem Haus unterbrochen. Die Freiwillige Feuerwehr arbeitete noch in der Nacht daran, die Wasserleitung wieder in Stand zu setzen. "Provisorisch konnten wir diese wieder herstellen." Auch die Landesstraße mussten die Rettungskräfte freiräumen. Am Sonntag waren Feuerwehr und Straßenmeisterei bis 14 Uhr im Einsatz, dann konnte die Straße wieder freigegeben werden. In den nächsten Tagen gehe es nun darum, gemeinsam mit der Lawinen- und Wildwasserbebauung zu planen, wie man den Bach wieder seinem ursprünglichen Verlauf annähern könne. "Es besteht zwar keine Gefahr mehr und wir haben den Bach provisorisch umgeleitet. Aber das Gewitter hat den Hang sehr stark in Mitleidenschaft gezogen", sagt Feuerwehrkommandant Volker Mörtl.

Blitze legten Schmittenhöhebahn lahm

Neben den starken Regenfällen sei das Gewitter vor allem wegen der vielen Blitze bemerkenswert gewesen. Das erlebte auch Michael Rieder, Betriebsleiter der Schmittenhöhebahn. "Ich habe die Nacht am Berg verbracht. So viele und intensive Blitze habe ich noch nie gesehen." Ein Baum sei von einem Blitzeinschlag regelrecht zerborsten worden.

Zudem wurde auch die Schmittenhöhebahn und andere Seilbahnen von dem Gewitter beschädigt. "In der früh sind drei unserer fünf Bahnen nicht gefahren." Die Areitbahn habe relativ rasch wieder repariert werden können. Die Schmittenhöhebahn war allerdings bis 11.45 Uhr nicht in Betrieb. "Wir sind zwar ziemlich blitzsicher. Aber die Steuerung und Elektronik hat bei so vielen Blitzeinschlägen doch einiges abbekommen."

Heftige Gewitter in Bad Gastein

Das Gewitter dürfte sich dann schließlich über dem Gasteinertal entladen haben. Erst habe es gar nicht so schlimm ausgesehen, sagt Andreas Katschtaller, Feuerwehrkommandant von Bad Gastein. Dann seien aber über dem Kötschachtal enorme Regenmassen niedergegangen. "Ein Bach, der normalerweise drei Meter breit ist, war plötzlich auf 80 Meter angeschwollen." Die erste Sorge der Feuerwehr galt der Personensicherung. Eine zehnköpfige Gruppe befand sich auf der Himmelwandgruppe im dortigen Gebiet. "Wir alarmierten die Bergrettung, die die Wanderer sicher ins Tal bringen konnte."

Bis zum Sonntagabend war die Bad Gasteiner Feuerwehr im Einsatz. Drei Bagger arbeiteten daran, den Bach wieder in sein ursprüngliches Bett zurückzubringen. Zudem wurde die Himmelwandquelle verschmutzt, die ein ganzes Ortsgebiet mit Wasser versorgt. Eine Murensperre musste vom Geschiebe freigeräumt werden. "Die war bis oben hin voll. Wenn diese Sperre nicht gewesen wäre, wäre es wohl viel schlimmer gekommen."

Quelle: SN

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