Chronik

Internetbetrug: 74-jähriger Flachgauer überwies 107.000 Euro

Der 74-Jährige glaubte, auf einer Anlageplattform in Bitcoin zu investieren. Die vermeintliche Betreuerin lockte ihm immer höhere Beträge heraus. In Summe verlor der Flachgauer 107.000 Euro.

Der Mann überwies mehr als 100.000 Euro und gewährte auch Zugriff auf seinen PC und sein Konto. SN/Robert Ratzer
Der Mann überwies mehr als 100.000 Euro und gewährte auch Zugriff auf seinen PC und sein Konto.

Ein 74-jähriger Flachgauer wurde seit Mai Opfer eines Internetbetruges. Wie die Polizei Salzburg mitteilt, erstattete der Pensionist am Dienstag Anzeige bei der Polizei.

Der Mann stieß im Mai über seinen Facebook-Account auf einen Link. Dieser führte ihn zu einer Internetplattform zur Veranlagung von Kryptowährung. Dort las der Mann über mehrere, gewinnbringende Veranlagungsmöglichkeiten in Form von Bitcoins. Das weckte das Interesse des 74-Jährigen. Der Flachgauer schrieb deshalb ein E-Mail an die Plattform. Kurze Zeit später meldete sich eine vermeintliche Sachbearbeiterin per Telefon bei ihm. Sie informierte über angebliche Angebote und Veranlagungen. Danach schickte der Pensionist seine persönlichen Kontakt- und Reisepassdaten sowie die Zugangsdaten seines Computers an die Plattform. Die Sachbearbeiterin konnte so auf den PC zugreifen. Die Kontaktperson bat den Flachgauer außerdem, für eine "reibungslose Überweisung" sein Konto für sie freizugeben und ihr auch die PIN-Codes von der Bank per Nachrichten-App zu schicken. All das erledigte der Salzburger, in der Hoffnung, Geld zu lukrieren. Der Mann einigte sich mit der Plattform, Beträge zwischen 1000 und 3000 Euro anzulegen. Nach kurzer Zeit steigerten sich die Beträge auf 5000 bis 15.000 Euro. Im Zeitraum von Mai bis Anfang September überwies der 74-Jährige in Summe 107.000 Euro an die Plattform. Laut den Angaben des Flachgauers hielt die vermeintliche Beraterin mit ihm via E-Mail, App und Anrufen Kontakt zu ihm.

Irgendwann bekam der Pensionist allerdings Zweifel an der Sache und der Seriösität des Unternehmens, in das er gerade investierte. Er bat daher um Rücküberweisung der 100.000 Euro. Die Anlageplattform gaukelte ihm vor, dass er bereits 260.000 US-Dollar erwirtschaftet habe. Seine scheinbare Betreuerin sagte, in Verbindung mit der Auszahlung und Rücküberweisung seien diverse Spesen und Bearbeitungsgebühren in Höhe von 10.000 Euro zu entrichten. Auch diese Summe überwies der Mann noch.

Erst als er bis 24. September keinen Betrag auf seinem Konto vorfand, erstattete der Flachgauer Anzeige bei der Polizei.

Quelle: SN

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