Chronik

IS-Verdächtige wurden nach Paris ausgeliefert

Zwei im Dezember in Salzburg verhaftete Terrorverdächtige wurden jetzt der französischen Justiz zur Strafverfolgung übergeben.

Die mutmaßlichen IS-Terroristen Muhammad U. (35) und Adel H. (29), die am 10. Dezember 2015 in einem Flüchtlingslager in Salzburg verhaftet worden waren, sind zur weiteren Strafverfolgung an die französische Justiz ausgeliefert worden.

Intensive Ermittlungen, vor allem von Salzburger Verfassungsschützern und Kripobeamten, hatten ergeben, dass der Pakistaner Muhammad U. und der Algerier Adel H. bei den Anschlägen von Paris auch als Selbstmordattentäter vorgesehen gewesen waren. Bekanntlich waren am 13. November in Frankreichs Hauptstadt durch Selbstmordattentate an sechs verschiedenen Stellen 130 Menschen getötet worden.

Wie die bei den Ermittlungen federführende Salzburger Staatsanwaltschaft am Freitagnachmittag mitteilte, haben der 29-jährige Algerier und der 35-jährige Pakistaner das Bundesgebiet bereits verlassen. Sie landeten unter strengster Bewachung am frühen Morgen in Paris.

Ständiger Kontakt mit IS

Erst kürzlich hatten heimische Gerichte die Übergabe des Duos von Österreich an Frankreich für zulässig erklärt und damit einem Europäischen Haftbefehl des Oberstaatsanwalts am Landgericht Paris entsprochen. Paris will den zwei IS-Verdächtigen selbst den Prozess machen. Mit der Auslieferung brach die Salzburger Staatsanwaltschaft ihre Ermittlungen gegen das Duo ab.

Muhammad U. und Adel H. kamen am 3. Oktober 2015 mit zwei der späteren Paris-Attentäter im Flüchtlingsstrom in Griechenland an. Während die zwei späteren Massenmörder ungehindert Griechenland verlassen konnten, wurden U. und H. dort bis 28. Oktober wegen ihrer gefälschten syrischen Pässe in Haft genommen. Auf ihrer Weiterreise gelangten sie dann erst Ende November, also schon nach den Paris-Anschlägen, nach Salzburg, wo sie am 10. Dezember verhaftet wurden.

Laut Aussendung der Salzburger Polizei konnten Beamte des Verfassungsschutzes das Duo damals unter 2000 Migranten im Camp Asfinag rasch aufspüren. Und zwar nach einem nachrichtendienstlichen Hinweis, wonach sich in Österreich zwei Personen aufhielten, die im Zusammenhang mit dem Terror von Paris stünden. Laut Polizei waren U. und H. während ihrer Reise und bis zu ihrer Festnahme in ständigem Kontakt mit dem IS.

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