Chronik

IS-Verdächtiger Abid T. wurde freigelassen und danach gleich in Schubhaft genommen

Eine unerwartete Wendung hat am Freitag der Fall des IS-Verdächtigen Abid T. genommen.

Der IS-Terrorverdächtige erhielt sechs Jahre Haft.  SN/ (fohringer)
Der IS-Terrorverdächtige erhielt sechs Jahre Haft.

Zur Erinnerung: Der Marokkaner soll von einem Salzburger Flüchtlingsheim aus an den Paris-Attentaten 2015 beteiligt gewesen sein. Nun wurde er freigelassen - aber nur kurz.

Wie der "Kurier" (Samstagsausgabe) berichtet, wurde der Marokkaner zwar aus der Justizanstalt Garsten enthaftet, dann aber in Schubhaft genommen. "Das ist mit Sicherheit rechtswidrig. Denn er ist ja nicht freiwillig hier. Er wartet auf sein Gerichtsverfahren", sagte sein Anwalt Wolfgang Blaschitz dem "Kurier".

Die Enthaftung sei erfolgt, weil der dringende Tatverdacht nicht mehr gegeben war, berichtete die Zeitung. Allerdings steht die Neuaufnahme des Prozesses noch aus. Der damals 27-jährige Abid T. war am 5. Oktober 2017 von einem Schöffensenat am Landesgericht Salzburg wegen Beteiligung an der terroristischen Vereinigung "Islamischer Staat" (IS) zu sechs Jahren unbedingter Haft verurteilt worden. Der Angeklagte hatte seine Unschuld beteuert.

Das Urteil wurde in Folge Anfang Mai vom Obersten Gerichtshof aufgehoben. Das erstinstanzliche Urteil nenne "keine vom Angeklagten weitergegebenen konkreten organisations- und terrorismusrelevanten Informationen", hieß es damals.

Abid T. soll laut Anklage der Staatsanwaltschaft Salzburg im Dezember 2015 in einem Salzburger Flüchtlingscamp in Kontakt mit weiteren IS-Verdächtigen gestanden sein und als "Scout" wichtige Informationen für das Terrornetzwerk ausgetauscht haben. Der Beschuldigte wurde im Sommer 2016 in Belgien gefasst und nach Salzburg ausgeliefert.

Der Marokkaner soll ein Komplize des Algeriers Adel H. (29) und des Pakistanis Muhammad U. (35) gewesen sein, die mit zwei späteren Paris-Attentätern am 3. Oktober 2015 nach Griechenland eingereist und im November 2015 als syrische Flüchtlinge getarnt in Österreich gelandet waren.

Quelle: SN

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