Chronik

"Jeder hat sich gefreut, als die Sonne 'rauskam"

Die gewaltigen Schneemassen forderten ebenso gewaltige Anstrengungen in den meisten Tennengauer Gemeinden. Wettermäßig ist das Schlimmste vorerst überstanden, die Aufräumarbeiten dauern aber an.

Die vielversprochene Entspannung der Lage war bei Redaktionsschluss am Dienstagnachmittag noch kaum spürbar: In St. Koloman beherrschten nach wie vor Radlader, Traktoren und Schneepflüge das Ortszentrum, in Abtenau waren Einsatzkräfte und Helfer ebenso wie Private immer noch mit dem Freischauffeln der Dächer beschäftigt. Auch waren noch nicht alle Straßen frei und es gab vereinzelt noch Haushalte ohne Strom, zum Beispiel in der Adneter Formau.

"Wir hatten letzte Woche ca. 45 Einsätze mit insgesamt 2500 Stunden, so viel leisten wir normalerweise über mehrere Monate", sagt Bürgermeister Wolfgang Auer, selbst langjähriger Feuerwehrmann. Zudem unterstützten 40 Feuerwehrleute aus Salzburg und Oberalm die Adneter Kollegen. Betroffen waren hauptsächlich die Ortsteile Wimberg und Spumberg, wo manche Haushalte von der Außenwelt und der Stromversorgung abgeschnitten waren. Acht Häuser mussten zeitweise über ein Notstromaggregat versorgt werden, eine Garage am Wimberg kollabierte unter der Schneelast, "obwohl der Besitzer geschaufelt hat wie ein Wilder. Aber dann kam über Nacht eine Schneeverwehung und es war vorbei".

Viel Unterstützung durch das Bundesheer und andere Feuerwehren

Auch der Bad Vigauner Ortsteil Rengerberg war aufgrund umsturzgefährdeter Bäume mehrere Tage lang nicht zugänglich und vom Stromnetz abgeschnitten. "Wir haben keine offiziellen Zahlen zu den Schneemengen, aber ein Feuerwehrmann hat mir von einem Hausdach am Rengerberg berichtet, auf dem der Schnee drei Meter hoch lag", sagt Bgm. Fritz Holztrattner.

Besonders hart traf es St. Koloman: Hier fielen in drei Tagen mancherorts mehr als zwei Meter Schnee, drei Ortsteile waren tagelang ohne Strom von der Außenwelt abgeschnitten. Das Bundesheer leistete Hilfe beim Dachabschaufeln, die Tauglerei im ehemaligen Kirchenwirt am Dorfplatz musste zwischenzeitlich sogar evakuiert werden, da das Dach unter der Schneelast einzubrechen drohte.

Ebenso hart, was die Schneemenge angeht, traf es Krispl-Gaißau. "Auf dem freien Feld liegen knapp 2,5 Meter Schnee, laut dem Landesgeologen sind zusammengerechnet rund fünf Meter gefallen", sagt Bgm. Andreas Ploner (ÖVP). Zumindest gab es aber keine Stromausfälle oder Versorgungsprobleme, lediglich bei zwei Höfen musste zwischenzeitlich die Zufahrt aufgrund der Lawinengefahr gesperrt werden.

"Alle arbeiten auf Anschlag"

In Abtenau herrschte zu Redaktionsschluss am Dienstagnachmittag immer noch Hochbetrieb: "Wir sind immer noch dabei, die Dächer der öffentlichen Gebäude freizuschaufeln, und die Straßen frei zu machen. Alle arbeiten auf Anschlag, immerhin gibt es bei uns rund 200 Straßenkilometer", sagt Bgm. Hans Schnitzhofer (ÖVP). "Es waren rund 30 Maschinen der privaten Räumdienste im Einsatz, plus die Fahrzeuge der Gemeinde und der Landesstraßenverwaltung."

Auch in Abtenau rückte das Bundesheer zum Hilfseinsatz aus, drei Mal stiegen Hubschrauber auf, um mit ihrem Abwind ("Downwash") die Bäume vom Schnee zu befreien. In Abtenau gab es zudem die bis dato einzigen Todesopfer zu beklagen, ein einheimisches Pärchen, das beim Wildfüttern von einer Staublawine verschüttet wurde. Zeitweise waren auch der Abtenauer Ortsteil Radochsberg sowie die gesamte Gemeinde Rußbach von der Außenwelt abgeschnitten.

"Jeder hat sich gefreut, als die Sonne wieder herauskam."

"Extrem angespannt" war die Lage auch in Annaberg-Lungötz: "Manche Dächer mussten sogar zwei Mal abgeschaufelt werden. Das Bundesheer hat eine Woche lang mit 45 Mann und schwerem Gerät geholfen, auch Katastrophenzüge der Feuerwehren St. Margarethen und Muhr aus dem Lungau waren im Einsatz", sagt Bgm. Sepp Schwarzenbacher (ÖVP). Auch hier waren einige Gebiete tagelang von der Außenwelt abgeschnitten, vereinzelt sogar noch am Dienstagnachmittag, "aber mittlerweile ist etwas Beruhigung eingetreten, und jeder hat sich gefreut, als die Sonne wieder herauskam."

Aufgerufen am 19.08.2019 um 01:03 auf https://www.sn.at/salzburg/chronik/jeder-hat-sich-gefreut-als-die-sonne-rauskam-64189888

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