Chronik

Jugendbande verübte in Salzburg serienweise Überfälle: Haft für zwei Räuber reduziert

Kellner, Trafikangestellte, Passantin sowie einen Dealer jeweils unter Vorhalt einer Pistole beraubt. Drei der jungen Täter hatten gegen ihre erstinstanzlichen Haftstrafen berufen.

Symbolbild.  SN/sn
Symbolbild.

Im Jänner 2018 waren in Salzburg gleich acht Burschen, damals zwischen 17 und 19 Jahre alt, vor einem Jugendschöffensenat gestanden, weil sie in stark unterschiedlicher Tatbeteiligung gleich sieben bewaffneten Raubüberfälle verübt haben sollen. Sämtliche Taten waren im Sommer 2017 in der Stadt Salzburg begangen worden. Opfer waren ein Kellner, ein Imbisslokalbetreiber, zwei Trafikangestellte, eine Passantin, ein Drogendealer sowie ein Bekannter einiger Angeklagter.

Ursprünglich standen acht junge Angeklagte vor Gericht

Die zumeist arbeitslosen Burschen - fünf Österreicher, großteils mit Migrationshintergrund, zwei Afghanen und ein Russe - hatten laut Anklage nicht aus Geldnot, sondern aus Langeweile gehandelt. Bei den Raubtaten waren die Täter maskiert und mit einer Schreckschusspistole bewaffnet.

Ein zur Tatzeit 17-Jähriger, der auch die Pistole besaß, war etwa bei gleich fünf Überfällen dabei, einige Angeklagte wirkten laut Anklage nur bei maximal drei der Coups mit. Das Erstgericht verurteilte schließlich fünf Angeklagte zu Strafen zwischen zwei Jahren teilbedingter und sechs Jahren gänzlich unbedingter Haft. Drei Angeklagte wurden freigesprochen.

Drei der Burschen beriefen gegen das verhängte Strafmaß

Drei der schuldig erkannten Burschen legten gegen das Ersturteil Strafberufung eingelegt: zum ersten jener zur Tatzeit 17-jährige Österreicher, der gleich bei fünf Überfällen dabei war und dreieinhalb Jahre erhielt;

zum zweiten ein zur Tatzeit 16-jähriger Russe, der ebenfalls dreieinhalb Jahre ausfasste;

und drittens ein damals 18-Jähriger, bereits vier Mal einschlägig Vorbestrafter, der mit sechs Jahren Gefängnis die höchste Strafe aufgebrummt bekam.

Berufungssenat milderte zwei der erstinstanzlichen Urteile ab

Ein Berufungssenat des Oberlandesgerichts Linz befand nun am Mittwoch am Landesgericht Salzburg über die Berufungen der Angeklagten, die über ihre Verteidiger jeweils eine Strafreduktion begehrten.

Nach rund einstündiger Verhandlung setzte der Senat (Vorsitz: Richterin Astrid Henhofer) das Strafmaß des Russen von dreieinhalb auf drei Jahre herab und jenes des bereits vier Mal Vorbestraften Österreichers mit türkischen Wurzeln von sechs auf fünf Jahre Haft.

Das Ersturteil gegen den an fünf Raubtaten beteiligten Erstangeklagten wurde jedoch bestätigt - bei ihm bleibt es bei 3,5 Jahren Gefängnis.

Senatspräsidentin Henhofer betonte, dass der zur Tatzeit 17-jährige Erstangeklagte zwar schon nach seiner Verhaftung umfassend geständig gewesen sei, dennoch erachte der Berufungssenat 3,5 Jahre Haft "hier als tat- und schuldangemessen". Zur Erklärung: Zur Tatzeit unter 18-Jährige gelten strafrechtlich als Jugendliche - bei ihnen beträgt die höchstmögliche Strafe für schweren Raub 7,5 Jahre.

Henhofer zum Erstangeklagten: "Sie waren an gleich fünf Überfällen beteiligt. Das ist durch nichts zu rechtfertigen - wir sind hier im Bereich der Schwerkriminalität."

Wer zur Tatzeit schon 18 Jahre alt ist, gilt rechtlich als "Junger Erwachsener"

Im Fall des 17-jährigen Russen, bei dem die Strafe um ein halbes Jahr auf letztlich drei Jahre abgemildert wurde, sagte Henhofer: "Sie waren bei drei Überfällen dabei - die Strafgewichtung zum ersten Angeklagten stimmt nicht ganz."

Die Reduzierung der Strafe beim ältesten der Angeklagten - dem jetzt 19-jährigen, erheblich vorbestraften Burschen - begründete Richterin Henhofer so: Dieser sei zur Tatzeit "gerade erst knapp über 18 Jahre" alt gewesen. Zur Erklärung: Im Gegensatz zu den zwei anderen war er im Tatzeitraum strafrechtlich bereits ein sogenannter "Junger Erwachsener", der einen Strafrahmen von bis zu 15 Jahren Haft zu vergewärtigen hat. Henhofer: "Fünf Jahre Gefängnis sind in ihrem Fall angemessen."

Die Täter gingen bei den Coups teils sehr brutal vor

Die jungen Räuber waren bei ihren Taten teilweise sehr brutal vorgegangen. Unter anderen beraubten sie eine Trafikantin, die durch einen Schlag mit der Pistole auf den Kopf nicht nur eine Platzwunde erlitt, sondern noch heute psychisch an den Folgen des Überfalls leidet. Auch beim Überfall auf einen Drogendealer, an dem alle drei der besagten Burschen mitwirkten, wurde massiv Gewalt ausgeübt. Dem Dealer wurde die Pistole ins Gesicht gedrückt und zudem rammte ihm einer der Täter noch sein Knie ins Gesicht.

Drei der Raubopfer, vertreten von RA Stefan Launsky für den Weißen Ring, wurden insgesamt 9620 Euro Schadenersatz und Teilschmerzensgeld zuerkannt.

Aufgerufen am 24.09.2018 um 08:28 auf https://www.sn.at/salzburg/chronik/jugendbande-veruebte-in-salzburg-serienweise-ueberfaelle-haft-fuer-zwei-raeuber-reduziert-39969838

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