Chronik

Junger Bosnier agierte als Vermittler von Kokainverkäufen im Pongau: Teilbedingte Haft

Symbolbild.  SN/APA/BARBARA GINDL
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Ein unbescholtener Bosnier (24) sah sich Freitag am Landesgericht mit dem Vorwurf des Suchtgifthandels, des Sozialleistungsbetrugs und des Verstoßes gegen das Waffengesetz konfrontiert. Staatsanwältin Sandra Lemmermayer lastete dem im Pinzgau wohnhaften Angeklagten an, mit mehreren bereits verurteilten oder gesondert verfolgten Bekannten, alle mit Wurzeln im Balkan, eine kriminelle Vereinigung gebildet zu haben. Ziel: Suchtgift gewinnbringend zu verkaufen - vor allem im Raum Pongau. Konkret soll der 24-jährige Angeklagte (Verteidiger: Franz Essl) von Herbst 2019 bis Juni 2020 zumindest 550 Gramm Kokain an einen Hauptabnehmer und weitere teils bekannte, teils unbekannte "Kunden" verkauft haben. Fakt ist: Bei einer Durchsuchung der Wohnung des 24-Jährigen - er war damals nicht anwesend, weil er kurz zuvor nach Bosnien gereist war - wurden 40 Gramm Kokain gefunden. Zudem stießen die Fahnder auf etliche vorgefertigte "Briefchen" und auf Streckmittel in Form von Laktose - laut Anklage für den Kokainverkauf. Was den Betrugsvorwurf abgeht, so soll der 24-Jährige im inkriminierten Tatzeitraum zu Unrecht rund 5500 Euro an Notstandshilfe kassiert haben - das deshalb, weil er die Erlöse aus dem Suchtgifthandel verheimlicht habe. Schließlich wurde ihm noch angelastet, illegal eine Pistole Marke Zastava, Kaliber 7,65 mm, besessen zu haben.

Der Bosnier bekannte sich vor dem Schöffengericht (Vorsitz: Ilona Schalwich-Mózes) nur zum Waffenfaktum schuldig und dazu, Kokain "zum Eigenbedarf" besessen zu haben. Von einer kriminellen Vereinigung wisse er nichts. Auf den Vorhalt der Richterin, dass die Briefchen und Streckmittel auf einen Drogenverkauf hindeuten würden, meinte er: "Das war für den Eigengebrauch. Die Briefchen hab ich vorgefaltet - fürs Fortgehen am Wochenende. Und das Koks habe ich für mich gestreckt."

Der Senat erkannte den Angeklagten - neben dem Waffendelikt - letztlich schuldig, als Teil einer Bande agiert und den Verkauf von zumindest 350 Gramm Kokain vermittelt zu haben. Das noch nicht rechtskräftige Urteil: 24 Monate teilbedingte Haft, acht Monate davon unbedingt.

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