Chronik

Junger Künstler will sich einen Namen machen

Am elterlichen Hof in Schöngumprechting hat sich der Bildhauer Christian Lorenzoni (26) sein eigenes Atelier eingerichtet.

Herumliegende Holzspäne verraten: Hier wird gearbeitet. Das Atelier von Christian Lorenzoni ist nicht nur Ausstellungsraum, sondern auch Werkstatt. Aus einem Teil der Garagen des elterlichen Hofes hat sich der 26-Jährige seine Künstlerwelt geschaffen. "Ich habe Maurer gelernt und konnte alles selber machen. Zur Eröffnung des Ateliers kamen fast 100 Leute, auch viele Nachbarn haben sich angeschaut, was ich so mache", freut sich der 26-jährige Seekirchner.

Vom Maurer zum Bildhauer ist ein nicht ganz alltäglicher Werdegang. "Gezeichnet habe ich schon immer ganz gut. Da ich ein fanatischer Anhänger des Kramperlbrauchs war, habe ich begonnen Masken zu schnitzen. Nach eineinhalb Jahren bin ich draufgekommen, es könnte auch in eine andere Richtung gehen", erzählt Lorenzoni. Schließlich entschloss er sich, die dreijährige Schnitzerschule in Berchtesgaden zu besuchen, die er nach drei Jahren als Geselle abschloss. "Ich habe dann auch noch den Bildhauermeister gemacht. Von der Kunst kann ich noch nicht leben und arbeite deshalb als Gärtner in der Pflege von Grünanlagen. In der Freizeit widme ich mich dann der Kunst", so Lorenzoni, der sich vorstellen kann, später - neben der Kunst - die elterliche Landwirtschaft weiter zu führen. Sein großes Ziel ist aber, ein erfolgreicher Bildhauer zu werden.

Er schnitzt seine Figuren nicht nur aus Holz, sondern schafft Plastiken auch aus Bronze, Keramik oder Stein. Als Maler weiß er ebenfalls Akzente zu setzen, wie das in seinem Atelier hängende großformatige Bild "Rebel J." - ein rebellischer "Jesus" - beweist. "Meine Ideen schreibe ich auf, zeichne Entwürfe, bis es dann irgendwann zur Umsetzung kommt. Selten fertige ich Modelle an, meistens arbeite ich frei drauflos", erklärt Lorenzoni seine Arbeitsweise. Dabei steht der Mensch als Thema seiner Arbeiten im Mittelpunkt. "Vorwiegend interessiert mich das Figurale, aber ich mache auch Ausflüge in die Abstraktion." Er orientiert sich dabei nicht an Vorbildern, sondern will seinen eigenen Weg gehen und sich künstlerisch "nach oben" arbeiten und auch im Ausland Erfolg haben. Seine Werke finden jedenfalls Anklang beim Publikum, wie sich schon bei einigen Ausstellungen in Salzburg, etwa bei der diesjährigen "Art Contemporary", zeigte. Auch etliche Auftragsarbeiten hat er bereits zu Buche stehen. So gestaltete er etwa für die Gemeinde Lochen zwei Bronzeplatten für den Dorfplatz. Ganz los lassen Christian Lorenzoni die Krampusse aber nicht. Im November hält er seinen ersten Maskenschnitzkurs ab.

FLACHGAU-NEWSLETTER

Jetzt kostenlos anmelden und wöchentlich topaktuelle Informationen aus Ihrer Region kompakt per E-Mail erhalten.

*) Eine Abbestellung ist jederzeit möglich, weitere Informationen dazu finden Sie hier.

Aufgerufen am 17.01.2022 um 09:18 auf https://www.sn.at/salzburg/chronik/junger-kuenstler-will-sich-einen-namen-machen-78171853

Kommentare

Schlagzeilen