Chronik

Känguru "Tobi" half den Kindern beim Mülltrennen

Zwei Stunden raus aus der Klasse und ab in den Recyclinghof. Hier wartete "Tobi Trennguru" auf 190 Volksschulkinder. Für sie ging's spielerisch ans richtige Trennen von Altglas, Plastik, Metall, Papier.

Erst war es ganz still in der Halle des Recyclinghofes Nußdorf. An die 100 Kinder zwischen acht und zehn Jahren verspeisten genüsslich ihre Jause. Gestärkt machten sie sich sodann in fünf Gruppen auf, um ihr Wissen in Sachen Müll und dessen Trennung zu schärfen.

Spielerisch, versteht sich. Für zwei Stunden durften sie vergangene Woche ihre Klassenzimmer der Volksschulen Oberndorf und Lamprechtshausen verlassen. Und sie machten Bekanntschaft mit dem plüschigen Riesenkänguru mit dem Namen "Tobi".

"Die Kinder lieben ihn", sagte Elfriede Schillinger von der ARA (Altstoff Recycling Austria), die durchs dichte Programm führte. Nach den Schulklassen aus Oberndorf waren am Vormittag noch jene aus Lamprechtshausen am Start der fünf Spielstationen. Seit 2014 gibt es das Programm, den ARA4kids-Recyclingtag, der Schillinger und ihr Team durch ganz Österreich bringt. Zum ersten Mal waren sie kürzlich in Nußdorf am Haunsberg. Darüber freute sich besonders Maike Büsch, Geschäftsführerin des Regionalverbandes Flachgau-Nord. Der übernahm die Jause sowie den Transport der Kinder von der Schule hierher. Die Organisation mit Spielstationen und das Team hat die ARA beigesteuert - genauso wie ein Geschenkesackerl mit Comic, Hörspiel, Malbuch und Spielkarten á la "Mau-Mau".

"Unser Ansatz ist, dass Kinder mit Spaß lernen, wie man richtig Müll trennt. Es geht um Ressourcenschonung und die Umwelt", sagt Schillinger. So werden im Alter von vier bis zehn Jahren Werte am besten verankert. Und, was noch dazukommt: "Ein Kind erzieht mindestens zwei Erwachsene." Die Kinder waren in Gruppen - leicht erkennbar an ihren farbigen Kappen - eingeteilt. Rot stand für Papier, Weiß für Weißglas, Blau für Metall, Gelb für Kunststoff und Grün für Buntglas. Mit Feuereifer waren die Schülerinnen und Schüler dabei, um achtlos weggeworfene Plastikflaschen auf einem Bein hüpfend in einen Korb zu schmeißen. Oder sie holten Müll aus einem Teich, aus dem aufgrund der Verschmutzung alle darin lebenden Tiere ausgewandert waren. "Mit jedem richtig getrennten Müllstück darf ein Tier wieder zurück in den Teich", sagt Schillinger.

Auf dem schwarzen Sortierband häuften sich Flaschen - aus Plastik und Glas -, Kartons, Essensreste usw., die hieß es, in die richtigen Container zu geben. Und auch beim "Stille Post"-Spiel hatten die Kinder einen Ehrgeiz und wussten vom ersten bis zum letzten Kind in der Reihe, dass die Plastikflasche in der Hand in den gelben Container muss.

Ein besonderes Interesse hatten die Schüler am Papierschöpfen. Und manch ein Bild landet demnächst im Klassenzimmer.

"Die Erfahrung zeigt, dass bei den Kindern mehr von dem hängen bleibt, was außerhalb des Klassenzimmers passiert. Das ist motivierend", sagte Marianne Koppelstätter, Lehrerin in Lamprechtshausen. Auch Kollegin Victoria Weiss findet "das Programm super. Zudem ist es kostenlos." Dass die Aktion allen Spaß machte, sah man an den zufriedenen Gesichtern von Alt und Jung. Bürgermeistern Andrea Pabinger aus Lamprechtshausen unterstreicht die Vorbildwirkung für die Eltern. "Es ist auch eine Bewusstseinsbildung. Wir müssen die Umwelt für unsere Nachwelt erhalten", sagt sie. Sehr wichtig sei es zudem, das Mülltrennen bereits den Kindern nahezubringen. "Im Erwachsenenalter ist das oft schwierig", sagt Maike Büsch. Sie weiß, dass viele Kinder zu Hause dann sagen werden: "Mama, das gehört aber da nicht hinein."

Aufgerufen am 14.11.2018 um 03:02 auf https://www.sn.at/salzburg/chronik/kaenguru-tobi-half-den-kindern-beim-muelltrennen-28293628

Ein Christbaum aus Oberndorf für den Residenzplatz

Ein Christbaum aus Oberndorf für den Residenzplatz

50 Jahre alt, fünf Tonnen schwer und 21 Meter hoch: Eine Fichte aus dem Ortszentrum von Oberndorf wird am Dienstag am Residenzplatz für den Salzburger Christkindlmarkt aufgestellt. Der Christbaum für den 45. …

Metallarbeiter: "Wollen am Erfolg teilhaben"

Metallarbeiter: "Wollen am Erfolg teilhaben"

300 Mitarbeiter von metallverarbeitenden Betrieben hielten einen öffentlichen Warnstreik ab. Sie wollen fünf Prozent mehr Lohn.
Auf die Metaller sei einfach Verlass, sagt Gewerkschafts-Geschäftsführer Gerald …

Top Events

Schlagzeilen