Chronik

Kathreintanz: Kuckuckspolka und Webertanz

Bei den Zuschauern werden Volkstänze immer beliebter, auch am Zustrom zu den Tanzkursen mangelt es nicht. Aber aktive Mitglieder in der Volkstanzgruppe werden wollen die wenigsten.

Vor wenigen Wochen feierten „Die Lustigen Salzburger“ ihr 50-Jahr-Jubiläum, am 18. November laden sie zum Kathreintanz in den Lainerhof, Gneis. SN/sw/peter mayr
Vor wenigen Wochen feierten „Die Lustigen Salzburger“ ihr 50-Jahr-Jubiläum, am 18. November laden sie zum Kathreintanz in den Lainerhof, Gneis.
Gertrude Wintersteller, Obfrau SN/Sw/Ricky Knoll
Gertrude Wintersteller, Obfrau


Der Volksmund weiß: "Kathrein stellt den Tanz ein" - d. h., vom Kathreintag (25. November) an bis einschließlich Erscheinung des Herrn (6. Jänner) bleiben "Bass und Geigen eingesperrt". Die Brauchtumsgruppe "Die Lustigen Salzburger" lädt daher noch rechtzeitig davor zu ihrem Kathreintanz am 18. November ab 20 Uhr in den Lainerhof in Gneis.

"Die Lustigen Salzburger" pflegen seit 50 Jahren die Tanztradition in Salzburg, 1967 hat der jetzige Ehrenobmann Friedl Klinger den Brauchtumsverein gegründet. Die Tänzerinnen tragen eine schwarze Festtracht mit weinroter Seidenschürze bzw. für den Alltag ein blau-grün kariertes Dirndl. Die Männer tanzen in Lederhose, grauen Stutzen, weißer Pfoad und grünem Janker. "Die Tanztradition hat sich wenig verändert in diesen Jahren", weiß Gertrude Wintersteller vom Verein, der auch regelmäßig Volkstanzkurse anbietet.

Almtanzkurs ab 10. Jänner 2018

Sie kam selbst vor einigen Jahren - gemeinsam mit ihrem Mann - als Tanzschülerin zum Verein. "Wir haben zusammen einen Tanzkurs gemacht. Ich bin dann geblieben, er nicht. Er hat gefunden, dass Volkstanzen so gar nichts für ihn ist", gesteht sie schmunzelnd. Seit vier Jahren ist sie Obfrau der "Lustigen Salzburger".

In den Wochen vor dem Kathreintanz geht es in den Kursen intensiv zur Sache. Jeden Mittwoch von 20 bis 22 Uhr treffen sich Lernwillige und Vereinsmitglieder im Bergxi-Stüberl in Bergheim. "Dort lernen sie Kuckucks polka, Webertanz oder Boarische, aber auch schwierigere Tänze wie Kreuzpolka, St.-Bernhard-Walzer oder Wechseltänze", erklärt die Obfrau. "Egal, ob als Single oder als Paar, Anfänger oder Fortgeschrittene, in die kostenlosen Kurse kann jeder kommen. Wir schließen niemanden aus", betont Wintersteller. Ab 10. Jänner startet der Almtanzkurs, wo dieser Salzburger Tanz mit 32 Figuren für die Ballsaison, z. B. das Edelweißkränzchen, eingeübt wird.

Der Verein hegt die Hoffnung, dass von den Kursteilnehmern der eine oder die andere später als Vereinsmitglied gewonnen werden kann. "Tanzschüler bekommen wir immer genügend, auch unsere Vorführungen nehmen die Zuschauer mit großer Begeisterung auf, aber aktiven Nachwuchs für die Volkstanzgruppe zu bekommen, wird immer schwieriger. Wir sind aber ein vergleichsweise junger Verein." Dabei sind es eben genau das Vereinsleben, die Gemeinschaft und immer wieder Neues dazuzulernen, was Wintersteller so liebt. "Außerdem, beim Tanzen kann ich total abschalten, und das ist mein Ausgleich zum Alltag", schwärmt sie.

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