Chronik

Katze von Balkon geworfen? 26-Jähriger freigesprochen

Weil er an einem Juniabend dieses Jahres in Salzburg-Aigen in der Wohnung seiner Freundin die erst wenige Monate alte Katze einer Nachbarin vom Balkon rund vier Meter in die Tiefe geworfen haben soll, stand am Mittwoch ein 26-jähriger Lagerarbeiter vor Gericht.

Symbolbild SN/bilderbox
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Der Mann bekannte sich vor Einzelrichterin Nicole Haberacker nicht schuldig. Die junge Katze war unverletzt geblieben.

Der Angeklagte betonte, die Nachbarin seiner Freundin habe mehrere Katzen, "die immer wieder in die Wohnung meiner Freundin kommen und dort ihr Geschäft verrichten". Damals sei die junge Katze auch über den Nachbarbalkon in die Wohnung geschlichen. Er habe ihr aber nichts getan, sondern mit seinem Vater telefoniert. "Kurz darauf bin ich aus dem Badezimmer raus und da hat mir meine Freundin erzählt, dass die Katze gerade vom Balkon runter auf die Wiese gesprungen ist."

Die Richterin konfrontierte den Angeklagten jedoch mit den Aussagen zweier anderer Nachbarn: Diese hätten von ihrer Terrasse aus gesehen, dass ein Mann, der ausgesehen habe wie der nun Angeklagte das Tier von der Balkonbrüstung genommen und hinunter fallen lassen habe. Das Nachbar-Ehepaar bestätigte dies auch vor Gericht.

Die 28-jährige Freundin des Angeklagten entlastete den 26-Jährigen hingegen: Die Katze sei selbst vom Balkon hinunter gesprungen: "Ich hab das gesehen. Mein Freund war da in der Wohnung drinnen."

Auf den Vorhält, warum sie dies nicht schon bei der Polizei gesagt habe, meinte die 28-Jährige: "Ich hatte dort einen Schock und war unter Stress."

Die Richterin sprach den Angeklagten letztlich vom Vorwurf der Tierquälerei frei - allerdings nicht, weil sie dem jungen Mann Glauben und seiner Freundin schenkte: "Ich persönlich glaube, dass Sie das getan haben. Allerdings ist der Tatbestand der Tierquälerei nicht erfüllt. Dazu die Erklärung der Richterin: Das Delikt erfordere eine "rohe Misshandlung" - dies sei bei einem bloßen Fallenlassen aus vier Metern Höhe auf eine Wiese aber nicht gegeben. Nachsatz Haberackers: " Wenn sie die Katze hinuntergeschleudert hätten, sehe das anders aus."

Das Urteil ist bereits rechtskräftig. Der Freundin droht übrigens möglicherweise ein Verfahren wegen falscher Zeugenaussage.

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