Chronik

Keine Anklage nach Tod eines Orientierungsläufers in Salzburg

Ein 36-jähriger Este war bei den Europäischen Betriebssportspielen am Hellbrunner Berg abgestürzt. Die Staatsanwaltschaft stellte jetzt die Ermittlungen wegen fahrlässiger Tötung gegen die Verantwortlichen der Veranstaltung ein.

Für den gestürzten Esten kam jede Hilfe zu spät. SN/robert ratzer
Für den gestürzten Esten kam jede Hilfe zu spät.

Bei den Europäischen Betriebssportspielen stürzte am 27. Juni ein 36-jähriger Orientierungsläufer aus Estland in den Tod. Die Staatsanwaltschaft jetzt das Ermittlungsverfahren wegen fahrlässiger Tötung gegen den Verantwortlichen der Veranstaltung eingestellt. Es sei kein Verstoß gegen die Sorgfaltspflicht festgestellt worden, heißt es. Der 36-jährige Este war während des Bewerbs am Hellbrunner Berg abgestürzt. Der Sportler hatte zu Mittag noch den Orientierungspunkt 10 mit seinem elektronischen Aufzeichnungsgerät abgestempelt. Da er beim nächsten Punkt nicht mehr ankam, wurde später eine Suche gestartet. Um 15.20 Uhr wurde die Leiche des Mannes oberhalb eines Gehweges gefunden.

"Dem Verantwortlichen ist kein Sorgfaltsverstoß vorzuwerfen"

Die Staatsanwaltschaft Salzburg ging der Frage nach, ob Fehler bei der Ausrichtung der Laufveranstaltung passiert sind. Sie kam dabei zu folgendem Ergebnis: "Dem Verantwortlichen für diesen Bewerb ist kein Sorgfaltsverstoß vorzuwerfen." Das erklärte Staatsanwaltschaftssprecher Marcus Neher am Donnerstag auf APA-Anfrage. Die Verletzungen sind laut gerichtsmedizinischem Gutachten aufgrund eines Sturzgeschehens und nicht durch Fremdverschulden entstanden. Das chemisch-toxikologische Gutachten erbrachte keinen Hinweis auf bewusstseinstrübende Substanzen wie Drogen oder Medikamente.

Der Este hat sich beim Studium der Karte offenbar verschaut

Die Einstellung des Strafverfahrens basiert auch auf den Ermittlungen eines fachkundigen Alpinpolizisten. Demnach ist von einem Unfall auszugehen. Der Este war an einer Geländekante gestürzt. Der Hang wies eine Neigung von 45 Grad auf. Er muss einen Weg gewählt haben, der von der Streckenführung her nicht vorgesehen war. Offenbar hat sich der Teilnehmer auf der detaillierten Karte, die er im Vorfeld erhalten hatte, verschaut und einen Steig gewählt, der nicht befestigt war und immer steiler geworden ist.

Geländeabbrüche waren auf der Karte als solche erkennbar

Die Geländeabbrüche und das steile Gelände, in dem der Mann abgestürzt war, seien auf der Karte als unwegsames Gelände erkennbar gewesen, erläuterte Neher. Hätte sich der Mann entlang der Streckenführung an die gedachte Route gehalten, wäre eine entsprechende Absperrung an den gefährlichen Stellen erkennbar gewesen. "Es war nicht vorgesehen, dass ein Orientierungsläufer diesen Weg nehmen könnte."

Quelle: SN

Aufgerufen am 06.12.2019 um 06:22 auf https://www.sn.at/salzburg/chronik/keine-anklage-nach-tod-eines-orientierungslaeufers-in-salzburg-77837161

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