Chronik

Kind im Pongau mit heißem Punsch verbrüht: Keiner will schuld sein

Brisanter Schadenersatzprozess in Salzburg. Mitarbeiter bei Silvesterfeier bestritt im nunmehrigen Verfahren, einen Becher mit dem Heißgetränk unabsichtlich umgestoßen oder umgekippt zu haben.

Symbolbild.  SN/bilderbox
Symbolbild.

Fatale Folgen hatte der Besuch einer Kinder- und Jugendveranstaltung in einer Pongauer Gemeinde für ein neunjähriges Mädchen am Silvestertag 2017. Das Kind war damals mit seiner Mutter beim Kinderpunsch-Ausschank der - von einer örtlichen Partei organisierten - Feier gestanden, als ein Becher mit dem offensichtlich sehr heißen Getränk unabsichtlich umgekippt oder umgestoßen wurde. Der Punsch floss in den Stiefel der Neunjährigen: Trotz rascher erster Hilfe erlitt sie schwere Verbrennungen und musste in der Folge mehrfach operiert werden. Sieben Wochen war das Kind krankgeschrieben.

Im Frühjahr brachten die Eltern des Kindes, vertreten von Rechtsanwalt Alexander Schuberth, Schadenersatzklage beim Landesgericht an. Sie fordern darin von einem - damals - hohen Ortsparteifunktionär, der mit zwei anderen Männern für den Ausschank zuständig war, rund 58.000 Euro Entschädigung für ihre Tochter. Zudem begehrt die klagende Partei die Feststellung der Haftung für eventuelle Dauer- und Spätfolgen und bewertet diese Feststellung mit zusätzlichen 10.000 Euro.

Der Klage zufolge stieß der beklagte Funktionär damals unabsichtlich den Becher um - was dieser im Zivilprozess vor Richter Clemens Zeilinger bestreitet. Der Richter schloss nach drei Verhandlungsterminen nun am Dienstag das Verfahren - das Urteil ergeht schriftlich.

Durchaus brisant ist, das der beklagte Funktionär jedenfalls gemäß einer "Schadenmeldung" an die Haftpflichtversicherung - diese datiert bereits vom 8. Jänner 2018 - eine Verantwortung für den Unfall eingeräumt haben soll. Sein Versicherungsvertreter notierte damals nämlich, dass der nunmehr beklagte Pongauer telefonisch mitgeteilt habe, dass ihm ein Becher mit Heißgetränk umgekippt sei und dies zu den Verletzungen des Kindes geführt habe.

In der den SN vorliegenden Schadenmeldung heißt es wortwörtlich: "Unserem VN (Versicherungsnehmer, Anm.) kippte ein Becher mit heißem Tee um und der Inhalt rann in den Stiefel der daneben stehenden E. (Name der Red. bekannt, Anm.), wobei diese Verbrühungen erlitt".

Parallel zum Zivilverfahren hat Kläger-Anwalt Alexander Schuberth gegen den Beklagten übrigens auch Strafanzeige bei der Staatsanwaltschaft wegen des Verdachts der fahrlässigen schweren Körperverletzung sowie des Verdachts des versuchten Versicherungsbetrugs erstattet.

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