Chronik

KinderUNI Salzburg: Mädchen und Buben reisten gespannt durch das All

120 Mädchen und Buben bombardierten Astronomin Lisa Kaltenegger mit Fragen. Die Kinder sind sich einig: Es gibt Leben auf anderen Planeten.

Astronomin Lisa Kaltenegger nahm sich viel Zeit, um die Fragen der jungen Forscher zu beantworten. Im Bild (von links): Peter Schutte, Lisa Kaltenegger, Leonhard Petrisch und Emil Doberhofer. SN/Copyright by: FRANZ NEUMAYR Pres
Astronomin Lisa Kaltenegger nahm sich viel Zeit, um die Fragen der jungen Forscher zu beantworten. Im Bild (von links): Peter Schutte, Lisa Kaltenegger, Leonhard Petrisch und Emil Doberhofer.

Kann die Sonne explodieren? Können Raketen abstürzen? Wie weit ist der nächste Stern entfernt? Haben alle Planeten Monde? Diese Fragen stellen Kinder im Alter von acht bis zwölf am Montag während der ersten Veranstaltung der KinderUNI Salzburg. Beantworten kann sie Lisa Kaltenegger. Die Astronomin lehrt seit 2014 an der Cornell University in New York. Sie arbeitet für die NASA und leitet ihr eigenes Institut.

Kaltenegger, eine gebürtige Kuchlerin, kehrte für die KinderUNI in ihre Heimat zurück. Sie hätte sich selbst eine ähnliche Veranstaltung als Kind gewünscht. Sie möchte den Kindern vermitteln, dass auch sie die Möglichkeit hätten, an der Spitze von Forschungsprojekten zu stehen: "Die NASA erscheint oft unnahbar, doch das Team ist international. Auch Österreicher arbeiten dort."

Ihr Vortrag soll die Neugierde der Kinder wecken. Eine Stunde erzählt Kaltenegger von ihrer täglichen Arbeit: der Suche nach Planeten außerhalb unseres Sonnensystems. Die Kinder hören gebannt zu und zögern nicht, Fragen zu stellen. "Wer von euch glaubt, dass es, außer auf der Erde, Leben im Universum gibt?", fragt Kaltenegger die Kinder. Diese sind sich einig: Ja, das gibt es.

Im Moment ließe sich diese Frage noch nicht beantworten, sagt die Astronomin. "In den nächsten 15 bis 20 Jahren wird es aber die Technologie geben, um das herauszufinden." In den Jahren 2021 und 2024 würden zwei neue Weltraumteleskope ins All geschickt. Mit diesen würden die Forscher dann das Licht von Planeten außerhalb unseres Sonnensystems einfangen. "Das Licht wird uns Auskunft darüber geben, ob Leben auf anderen Planeten existiert."

Astronomin Lisa Kaltenegger nahm sich viel Zeit, um die Fragen der jungen Forscher zu beantworten. Im Bild (von links): Peter Schutte, Lisa Kaltenegger, Leonhard Petrisch und Emil Doberhofer. SN/Copyright by: FRANZ NEUMAYR Pres
Astronomin Lisa Kaltenegger nahm sich viel Zeit, um die Fragen der jungen Forscher zu beantworten. Im Bild (von links): Peter Schutte, Lisa Kaltenegger, Leonhard Petrisch und Emil Doberhofer.

In ihren Vortrag baut sie immer wieder bildliche Vergleiche ein. Der "kosmische Obstsalat" soll den Kindern helfen, sich die Dimensionen des Sonnensystems vorzustellen. "Wäre der Saturn so groß wie eine Grapefruit, hätte die Erde die Größe einer Kirschtomate und der Jupiter wäre so groß wie eine Wassermelone."

Bevor sie nach New York zog, arbeitete die Astronomin für die Europäische Weltraumorganisation, unterrichtete in Harvard und leitete eine Forschungsgruppe am deutschen Max-Planck-Institut. Ihre Forschung stehe aktuell an einem wichtigen Scheidepunkt: "Bald wird es hoffentlich so sein, dass es Generationen vor der Entdeckung von Leben im Universum gibt und Generationen danach."

Falls andere Planeten im Universum bewohnbar seien, seien sie mehrere Milliarden Lichtjahre von unserem Sonnensystem entfernt. Deswegen sei Kaltenegger oft fassungslos, wie sorglos mit der Erde umgegangen werde. "Auch wenn andere Planeten bewohnbar wären, ist unsere Erde perfekt für uns. Bewohnbar bedeutet nicht, dass dies auch für den Menschen zutrifft." Nachhaltig zu leben sei ihr wichtig. Der Klimawandel sei auch vom All aus zu sehen: "Bilder der International Space Station (ISS) zeigen die Auswirkungen von Wetterereignissen, die durch den Klimawandel zunehmen", sagt Kaltenegger. Eine globale Lösung sei die einzige Möglichkeit, die Erde zu schützen.

Über die Fragen der Kinder während ihres Vortrags freut sich Kaltenegger sehr. Solange sie noch jung seien, hätten diese einen natürlichen Wissensdurst. Dieser solle unbedingt beibehalten werden.

Und kann denn nun die Sonne explodieren? "Nein, sie bläht sich zum roten Riesen auf und wird dann zu planetarem Nebel. Aber keine Sorge, bis dahin vergehen noch mehrere Milliarden Jahre."

Die KinderUNI feiert dieses Jahr ihr zehnjähriges Jubiläum. Vom 3. bis 13. Juli ermöglichen mehr als hundert Referenten Einblicke in ihre Fachbereiche. An verschiedenen Standorten lernen die Kinder in Seminaren, wie sie einen Flummi herstellen, richtig debattieren, wie ein Fagott klingt oder Reporter arbeiten.

Quelle: SN

Aufgerufen am 20.01.2021 um 11:33 auf https://www.sn.at/salzburg/chronik/kinderuni-salzburg-maedchen-und-buben-reisten-gespannt-durch-das-all-31485253

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