Chronik

Kino, Bad, Hochzeiten: Maximal 100 Besucher erlaubt

Das Coronavirus schränkt nun das öffentlichen Leben in Salzburg bis mindestens 3. April ein. Davon betroffen sind auch Seniorenheime.

Das Seniorenkino ist vorsorglich abgesagt. Andernorts gibt es nun eine Limitierung auf maximal 100 Personen – etwa im Paracelsusbad, Aya-Bad, Sporthallen oder die Stadtbibliothek.  SN/robert ratzer
Das Seniorenkino ist vorsorglich abgesagt. Andernorts gibt es nun eine Limitierung auf maximal 100 Personen – etwa im Paracelsusbad, Aya-Bad, Sporthallen oder die Stadtbibliothek.

Keine Veranstaltungen mit mehr als 500 Personen im Freien und keine Veranstaltungen mit mehr als 100 Personen in Gebäuden: Diese drastischen Maßnahmen hat die Bundesregierung Dienstagmittag verordnet. Zu groß sei das Risiko, das Coronavirus weiterzuverbreiten.

Am Nachmittag ist es dann ganz schnell gegangen in Salzburg: Eine Absage nach der anderen trudelte ein, von (Benefiz-) Konzerten bis hin zu Schulbällen und -reisen oder aber Bezirkskongressen von politischen Parteien. Abgesagt wurde am Dienstag auch eiligst das "Fest für Sepp Forcher", das für Donnerstag geplant war. Die Veranstaltung "Europa direkt" am Freitag in der Aula der Universität Salzburg fällt ebenfalls ins Wasser.

Im Salzburger Kongresshaus hätte am Mittwoch der viertägige Osteologiekongress (Knochenlehre) stattfinden sollen. Geschäftsführer Bert Brugger ging am Dienstagnachmittag davon aus, dass die Tagung wie sieben weitere Veranstaltungen im März abgesagt werden muss. "Wir haben besprochen, dass das passieren könnte. Das ist dann ganz schnell gegangen."

Doch Menschenansammlungen mit mehr als 100 Personen in großen Sälen gibt es auch außerhalb von Veranstaltungen - etwa im Kino. Die Cineplexx-Kinos greifen nun zu einer Limitierung bei Besuchen. "Während die Anzahl der Vorstellungen unverändert bleibt, beschränken wir die Anzahl der Plätze für eine Vorstellung auf unter 100 Personen. Darüber hinaus bleiben jeweils Sitze zwischen den verkauften Plätzen frei, um einen größeren Abstand zwischen den Gästen zu gewährleisten. Das haben wir in unserem Online-Reservierungstool bereits veranlasst. Der Kinobetrieb bleibt mit den erwähnten Einschränkungen jedoch aufrecht", sagt eine Sprecherin.

Ähnliche Maßnahmen hat das Salzburger Das Kino getroffen. Der Betrieb soll mit maximal 100 Besuchern aufrechtbleiben. Das Seniorenkino (über 60-Jährige zahlen einen Euro) am 25. März wurde abgesagt. Eine Vorsichtsmaßnahme - ältere Menschen gelten als Risikogruppe.

Geheiratet werden darf freilich ebenfalls weiterhin - das gilt zumindest für Hochzeitsgesellschaften bis zu 100 Personen. "Ich gehe davon aus, dass wir diesen Regelungen unterliegen", sagte Franz Schefbaumer, der Leiter des städtischen Standesamts. Man habe unverzüglich beim Innenministerium angefragt und warte noch auf eine Rückmeldung. "Wir haben intern überlegt, wie wir den Verkehrsfluss zum und vom Marmorsaal regeln könnten." Mehr als 100 Personen seien in der Stadt aber ohnehin eher die Ausnahme als die Regel und gerade "zu dieser Jahreszeit nicht so häufig".

Generell beschränkt die Stadt Salzburg in ihren Betrieben die Besucherzahl auf maximal 100. Das betrifft das Paracelsusbad und AYA-Bad, das Kongresshaus, die Eisarena, die Sporthallen Nord und Alpenstraße sowie die Stadtbibliothek und die TriBühne Lehen. Sämtliche Großveranstaltungen werden bis 3. April abgesagt - betroffen davon ist die für kommendes Wochenende geplante Eisdisco. "Großveranstaltungen wie etwa die Automesse dürfen nach dem angekündigten Erlass des Gesundheitsministeriums nicht mehr stattfinden", heißt es von der Stadt. Davon betroffen sind auch "Die Mönche des Shaolin Kung Fu", die am Donnerstag in der Salzburgarena hätten auftreten sollen - das Messezentrum hat alle Veranstaltungen bis Anfang April abgesagt.

Besondere Vorsicht ist jetzt auch in Seniorenwohnheimen geboten. Die Gemeinden Oberndorf und Bürmoos beschränken ab sofort den Zugang. Die Bürgermeister der beiden Gemeinden haben bereits geraten, "von nicht unbedingt notwendigen Besuchen Abstand zu nehmen".

Nach Ausbruch des Coronavirus hat der Domkustos in Salzburg bereits die Weihwasserbecken leeren lassen. Ob nun auch die Gottesdienste in Kirchen eingeschränkt werden, ist offen. Bei der Erzdiözese hat man dazu noch keine Entscheidung getroffen. Am Mittwoch tritt das Konsistorium zusammen, das darüber beratschlagen soll. Fix ist dafür, dass die Lorettogemeinde ihren Pfingstkongress absagen wird. Dieser lockt Tausende Jugendliche und junge Erwachsene aus ganz Europa nach Salzburg.

Maßnahmen hat auch die Justizanstalt in Puch-Urstein getroffen, in der knapp 250 Häftlinge einsitzen. Leiter Dietmar Knebel: "Zum Ersten sind Häftlingsbesuche derzeit nur ,hinter Glas' möglich; sogenannte Tischbesuche sind bis auf Weiteres gestrichen. Das heißt: Besucher und Häftling sind ausnahmslos durch eine Glasscheibe getrennt, es ist kein direkter Körperkontakt möglich." Zum Zweiten werden Häftlinge inzwischen zu Prozessen am Landesgericht nur noch mit Schutzmasken vorgeführt. In der Justizanstalt wurden spezielle Quarantäneräume eingerichtet. Was Häftlingsausgänge betrifft, so werden diese "nun strenger gehandhabt und nur bei triftigen Gründen erlaubt" - "wie bei einer schweren Erkrankung eines Angehörigen oder bei einem unaufschiebbaren Behördengang". Jene Häftlinge bzw. Freigänger, die tagsüber auswärts arbeiten, werden bei ihrer Rückkehr ins Gefängnis nun einer Fiebermessung unterzogen.

Aufgerufen am 27.01.2021 um 04:17 auf https://www.sn.at/salzburg/chronik/kino-bad-hochzeiten-maximal-100-besucher-erlaubt-84658153

Kommentare

Schlagzeilen