Chronik

Kleinarl geht neue Wege

Die Gemeinde erstellt ein neues Verkehrskonzept gemeinsam mit Wagrain. Dazu wird auch ein neues räumliches Entwicklungskonzept erarbeitet.

Der neue Radweg zwischen Wagrain und Kleinarl ist im Gemeindegebiet von Kleinarl fast fertig. SN/sw/riedler
Der neue Radweg zwischen Wagrain und Kleinarl ist im Gemeindegebiet von Kleinarl fast fertig.

"Die vergangenen Sommermonate waren aufgrund der Covid-19 Situation nach einem schwierigen Frühjahr zufriedenstellend", betont Kleinarls Bürgermeister Wolfgang Viehhauser (ÖVP). "Wir haben in unserer Gemeinde traditionell viele Touristen aus Deutschland und Österreich, und die haben vieles aufgefangen. Sogar jetzt noch sind einige größere Häuser geöffnet und Touristen in unserem Ort."

Finanziell werde es für die Gemeinde stemmbar sein, "vor allem, da wir einiges an Rücklagen haben. Wir konnten etwa den Kindergarten günstiger als budgetiert bauen."

Für die nächsten Monate und die Wintersaison hofft er auf größtmögliche Eigenverantwortung der Einheimischen und Gäste: "Es wird eine große Rolle spielen, was jeder Einzelne bestmöglich bei der Einhaltung der Hygienemaßnahmen macht. Es ist ja so, dass ohnehin jeder weiß, was zu tun ist. Da sind wir alle gefordert, die Vorgaben in den Betrieben und im privaten Umfeld einzuhalten. Sonst wäre das fatal für die Region", so Viehhauser, der auch studierter Touristiker und Unternehmer ist und während der Sommersaison selbst elf Mal auf Covid-19 getestet wurde.

"Viel und rasch testen wird weiterhin eine wichtige Strategie sein. Auch dass wir rasch entscheiden, was mit positiven Fällen zu tun ist. Und dass alle Erstkontakte auch schnell wieder getestet werden, damit nicht aufgrund eines Falles etwa ein ganzer Betrieb länger ausfallen muss."

Die Gemeinden Kleinarl und Wagrain arbeiten gut für gemeinsame Ziele zusammen: "Wir können jetzt noch im Herbst unseren Teil des gut sieben Kilometer langen Radweges fertigstellen. Wagrain will das bis 2022 schaffen."

Was das Verkehrskonzept betrifft, ist man ebenfalls in guter gemeinsamer Kooperation mit der Nachbargemeinde. Es gibt eine gemeinsame Steuerungsgruppe. Der Ausflugsverkehr während der Sommermonate ist für beide Gemeinden eine Belastung und braucht eine gute gemeinsame Lösung, die man für Anfang nächsten Jahres erwartet. "Wir müssen aber auch in unserem Ort einige beschädigte Straßen und Gehwege sanieren." Hier rechnet er noch mit zusätzlichen Kosten mit bis zu 600.000 Euro, "vom Land werden hier aber zwei Drittel der Kosten gestemmt". Dazu muss die Löschwasserversorgung neu adaptiert werden, "das betrifft Leitungen im ganzen Ort."

Richtungsweisend für den Ort wird das derzeit in Arbeit befindliche räumliche Entwicklungskonzept sein. Zuvor gab es in Kleinarl ja bereits einen "Agenda 21"-Prozess mit breiter Bürgerbeteiligung und vielen Arbeitskreisen. Die gesunde und hochwertige touristische Weiterentwicklung der Gemeinde soll im Auge behalten werden.

"Urlaubsqualität für Gäste und Lebensqualität für unsere Einheimischen ist in der Zukunft wichtig", meint Bürgermeister Viehhauser und hofft auf eine gemeinsame Linie: "Es ist ja nicht der Bürgermeister, der die neue Raumordnung beschließt. Da sind alle Gemeindevertreter und Grundstücksbesitzer miteinbezogen. Die Gespräche laufen noch bis Ende 2020 bzw. Anfang 2021. Bislang sind wir auf einem guten Weg."

Aufgerufen am 26.10.2020 um 04:15 auf https://www.sn.at/salzburg/chronik/kleinarl-geht-neue-wege-93162784

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