Chronik

Klimawandel lässt in Wals Wassermelonen wachsen

Die Hitze macht sich auf den Feldern der Salzburger Bauern bemerkbar. Während andere die Dürre beklagen, freuen sich Gemüsebauern über ertragreiche Ernten - exotische Sorten inklusive.

In der Erde kniend sticht Familie Reiter am Donnerstagvormittag Salat und Fenchel. Die Ernte auf ihren Feldern in Wals bei Salzburg sei heuer besonders erfolgreich. Georg Reiter, Landwirt und Besitzer des Dandlhofs, sagt: "Das liegt an der Hitze der letzten Wochen."

Über drei Wochen hatte die Hitzewelle Salzburg fest im Griff. Wie die "Salzburger Nachrichten" berichteten, hatte dies für etliche Salzburger Landwirte fatale Folgen: Sie mussten Rinder wegen Futtermangels vorzeitig verkaufen. Wiesen bringen um 60 Prozent weniger Heu als im Vorjahr. Für Gemüsebauern führt die Hitze wiederum zu einem ertragreichen Sommer. Dort wachsen heuer neben heimischem Obst und Gemüse noch andere Sorten besonders zahlreich: Wassermelonen und Artischocken. Ursprünglich aus Zentralafrika stammend, wachsen Wassermelonen hauptsächlich in Griechenland, Italien und Spanien. Durch die Hitze der letzten Wochen freut sich Familie Reiter heuer ebenfalls über die Melonenernte. "Seit drei Jahren bauen wir zwar schon Melonen an, so viele geerntet wie dieses Jahr haben wir aber noch nie", sagt Georg Reiter. Seine Frau Monika ergänzt: "Wir mussten zwar in den letzten Wochen vier bis fünf Mal bewässern, doch heuer ist die Ernte wirklich gewaltig." Etwa 2000 Kilogramm Wasser-, Zucker- und Honigmelonen werde die Familie in diesem Sommer ernten. Damit macht Georg Reiter ein lukratives Nebengeschäft. Seine Waren verkauft er im eigenen Hofladen sowie auf Märkten in Oberalm, Anif und Hallein. Pro Kilogramm kostet die regionale Wassermelone der Sorte Premium 2,50 Euro.

Doch nicht nur die Ernte der Melonen fällt in Wals heuer besonders gut aus. Durch die hohen Temperaturen der letzten Wochen erntet auch Familie Oberholzner in Wals mehr Artischocken als gewöhnlich. Die distelartige Pflanze stammt aus dem vorderen Orient und wird in Europa vor allem im Mittelmeerraum angebaut. Sebastian Oberholzner: "Dass bei uns auch Artischocken wachsen, wissen nur wenige. Hauptsächlich unsere Stammkunden." Durch die hohen Temperaturen erntete er bereits vor zwei Wochen die ersten Blüten. Die Bauern müssten sich in Salzburg an die Folgen des Klimawandels anpassen, sagt der Landwirt, "auch indem sie ihre bisherigen Anbauzeiten verlängern". Pauline Tausnitz, Geschäftsführerin der Salzburger Gärtner und Gemüsebauern, erklärt, dass die Qualität des heurigen Gemüses und der Obsternte wegen der andauernden Hitzewelle nicht betroffen sei, "solange die Bauern ausreichend bewässert haben".

Quelle: SN

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