Chronik

Können Biker diese Fahrverbote "übersehen"?

Die neue Forststraße zum Römersattel - zwischen St. Martin/Lofer und Hochfilzen - wird immer wieder per (E-)Bike befahren.

Auch drei Schilder und ein Absperrgitter können manchmal nicht genug sein, um Radfahrer zu stoppen.  SN/sw/Andreas Rachersberger
Auch drei Schilder und ein Absperrgitter können manchmal nicht genug sein, um Radfahrer zu stoppen.

Vorher war dort nur ein Steig, der mitunter als Bike-Trail missbraucht wurde. Von 2018 bis jetzt - der Bau ist fast fertig - wurde von der Vorderkaserklamm bis zum Römersattel (Landesgrenze zu Tirol) eine Forststraße errichtet.

Offenbar verleitet die planierte Strecke (E-)Biker dazu, die Route nach Hochfilzen in Angriff zu nehmen. Die PN gingen den Weg, der von Hochfilzen aus zuerst über das Gelände des dortigen Truppenübungsplatzes führt, zu Fuß an einem August-Sonntag. Zwei einzelne Biker und eine mehrköpfige Gruppe kamen entgegen. Schranken und deutliche Warnungen waren, so scheint's, kein Hindernis.

Seitenwechsel zum Pinzgauer Teil des Weges: Bis zur Jausenstation Vorderkaser darf, von der B 311 kommend, mit dem Rad gefahren werden, 400 Meter weiter ist offiziell Schluss. Dann stößt man auf zwei Verbotstafeln und ein Hinweisschild - eindringlich sollen alle Biker zur Umkehr bewogen werden. Zu lesen ist: "Auf der Forst- und Militärstraße über den Römersattel besteht ein allgemeines Fahrverbot. Das Fahrverbot gilt auch für alle Radfahrerinnen und Radfahrer! Tourenvorschläge diverser Internetseiten und Radführer berücksichtigen leider nicht immer die gültige Rechtslage. Wer weiterfährt, begeht eine Verwaltungsübertretung und muss mit einer Anzeige rechnen." Dieses Textschild sei an mehreren Stellen kürzlich hinzugefügt worden, sagt Georg Poppel, Revierleiter der Saalforste im Gebiet St. Martin. "Wir treffen öfter Mountainbiker an und weisen auf das Verbot hin. Die Reaktionen sind unterschiedlich." Sie würden von "Schilder übersehen" bis hin zu "mir doch egal" reichen. Die Polizei sei jedenfalls informiert und schaue immer wieder vorbei.

Ernst Hagn, Büroleiter in St. Martin, betont, dass die Saalforste Radfahrern nicht überall Steine in den Weg legen: "In unserem Gebiet in Unken, Lofer, St. Martin, Weißbach und Leogang sind rund 100 Kilometer dafür freigegeben." Die Strecke Richtung Römersattel, die an das militärische Übungsgebiet anschließt, stehe aber nicht zur Diskussion.

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