Chronik

Kosovare bestreitet versuchte Anstiftung zum Mord

Vor einem Geschworenengericht muss sich seit Montag ein 34-jähriger Kosovare verantworten. Der massive Vorwurf: Er soll versucht haben, einen Afghanen zu überreden, einen Rivalen zu töten. Dem Angeklagten drohen zehn bis zwanzig Jahre Haft oder Lebenslang.

Kosovare bestreitet versuchte Anstiftung zum Mord SN/ratzer
Symbolbild

Laut Anklage von Staatsanwältin Barbara Fischer soll der Mann im Dezember 2015 und Jänner 2016 einen inhaftierten Bekannten dazu überredet haben, einen Rivalen zu erschießen. Im Gegenzug werde er dafür sorgen, dass der Afghane bald aus der Haft entlassen werde und eine Wohnung und Geld bekomme, so das Versprechen. Wieder in Freiheit, folgte der Afghane jedoch nicht der mutmaßlichen Anstiftung seines Freundes, sondern zeigte diesen an.

Hintergrund der vermeintlichen Anstiftung zum Mord dürften Rivalitäten im Suchtgiftmittelmilieu sein. Der wegen Vermögens- und Suchtgiftdelikten vierfach vorbestrafte Angeklagte soll mit dem Rivalen und auch mit dem damals in U-Haft sitzenden Afghanen einst befreundet gewesen sein.

Offenbar haben die drei Männer untereinander Geschäfte, vermutlich auch illegale, abgewickelt. Dabei soll es zu Streitigkeiten mit gegenseitigen Anzeigen gekommen sein.

Der mutmaßlich Angestiftete erstattete Anzeige

Der Angeklagte, verteidigt von Rechtsanwalt Herbert Fischer, beteuerte seine Unschuld. Er vermutet hinter dem Vorwurf einen Racheakt des Afghanen: Er, schilderte der Angeklagte, habe diesem vor längerer Zeit ein Auto verkauft und es ihm später wieder weggenommen, weil dieser es nicht bezahlt habe.

Um die ihm vorgeworfene Tat auszuführen, habe sich der 34-Jährige illegal eine Pistole besorgt, so die Ermittlungen. Gegen den Angeklagten bestand zu diesem Zeitpunkt bereits ein Waffenverbot. Die Waffe, ein jugoslawisches Fabrikat, soll er bei einem Freund im Flachgau deponiert haben.

Verteidiger spricht von "Lügengebäude"

"Die Anklage ist nur auf einem Lügengebäude aufgebaut. Hier gibt es keine Smoking Gun, also keinen eindeutigen Beweis", betonte hingegen Verteidiger Herbert Fischer. Sein Mandant sei unschuldig, er sei sogar einige Zeit für die Polizei als Vertrauensperson tätig gewesen.

Weiters führte der Verteidiger aus, dass bei den Besuchen seines Mandanten in der Haft auch die Freundin und der Bruder des Afghanen dabei gewesen seien: "Es ist wohl völlig lebensfremd, dass er in deren Anwesenheit zu dem Häftling sagt, er soll seinen Rivalen doch erschießen", so der Anwalt.

Der Prozess unter Vorsitz von Richterin Gabriele Glatz wird morgen, Dienstag, fortgesetzt.

Quelle: SN

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