Chronik

Krebsvorsorge: Späte Termine regen auf

Patientinnen beklagen lange Wartezeiten. Doch nun scheint eine Lösung in Sicht zu sein.

Regelmäßige Mammografien bilden die Basis für die Brustkrebs-Vorsorge. Fotolia
Regelmäßige Mammografien bilden die Basis für die Brustkrebs-Vorsorge.

Leserbriefe, E-Mails, Anrufe - bei den Pinzgauer Nachrichten gibt es jede Menge Klagen über die Mammografie im Bezirk. Seit Ende Juni Radiologe Siegfried Silli in Zell am See geschlossen und das Tauernklinikum dessen Aufgaben übernommen hat, gebe es Wartezeiten von einem halben Jahr. Unzumutbar.

Das stellt Rudolph Pointner, ärztlicher Leiter des Tauernklinikums, in Abrede: "Die Wartezeiten sind bei drei, vier Monaten." Und er sagt: "Ich verstehe, dass es für die Frauen nicht angenehm ist, dass sie einige Monate warten müssen. Aber es sind keine Akut-Untersuchungen, sondern es ist ein Vorsorgeprogramm."

Beklagt wird auch die mitunter weite und mit öffentlichen Verkehrsmitteln beschwerliche Anreise nach Saalfelden - vor allem aus dem Oberpinzgau. Denn derzeit wird die Mammografie nur in der Privatklinik Ritzensee in Saalfelden durchgeführt. "Wir sind dort mit der Frequenz deutlich hinaufgefahren, haben aber das Problem, dass wir sie aus personellen Gründen nicht täglich von der Früh bis zum Abend anbieten können."

Im Zeller Krankenhaus seien die Räumlichkeiten noch nicht fertiggestellt worden, sagt Pointner. "Die Übernahme war für das kommende Jahr geplant, nach der geplanten Pensionierung von Silli. Und wir wollten keine Konkurrenz zu ihm aufbauen."

Jetzt müsse die Übernahme erst im Detail ausverhandelt werden. "Aus meiner Sicht befinden wir uns in sehr konstruktiven Gesprächen. Ich gehe davon aus, dass eine Einigung vor der Tür steht, dann würden wir sehr schnell reagieren können."

Siegfried Silli erläutert die Situation aus seiner Sicht: "Ich habe den Kassenvertrag Ende Juni zurückgelegt, es war mir krankheitsbedingt nicht mehr möglich, die Ordination zu führen. Ich wollte nicht meine Gesundheit riskieren." Der Radiologe bestätigt gute Gespräche mit Stadtgemeinde, Tauernklinikum und Gebietskrankenkasse - und verrät die nun angepeilte Lösung: "Das Krankenhaus kann meine Ordination im Ärztehaus weiterführen, dort besteht ja eine hervorragende Infrastruktur. Damit kann man den Engpass im Krankenhaus vermeiden und dem Wunsch der Bevölkerung Rechnung tragen. Ich habe mich bereit erklärt, in den ersten Monaten mitzuhelfen. Für diese Vereinbarung haben sich alle einhellig ausgesprochen." Die Wiederaufnahme des Betriebes im Ärztehaus könne aus seiner Warte möglichst bald erfolgen, sagt Silli. Er wäre mit dieser Lösung zufrieden: "Trotz aller Widrigkeiten, die es in der Vergangenheit gegeben hat, sehe ich sie als Erfolg. Denn letztlich zählt der Patient. Wenn diese Vereinbarung gelingt, dann ist ein großer Schritt getan."

Auch Pointner macht den Patientinnen Hoffnung: "Ich denke, dass in Zell am See im Oktober die Mammografie wieder angeboten werden kann."

Aufgerufen am 10.12.2018 um 10:45 auf https://www.sn.at/salzburg/chronik/krebsvorsorge-spaete-termine-regen-auf-39137461

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