Krieg in der Ukraine

Geflüchtete beziehen ehemaliges Austria Trend Hotel in Wals - Stadt Salzburg sucht Quartiere

Rund 70 Personen, überwiegend Frauen und Kinder, beziehen am Montag das Grundversorgungsquartier, das das Rote Kreuz gemeinsam mit dem Samariterbund im leer stehenden Austria Trend Hotel betreibt.

Seit Montag ist das Grundversorgungsquartier in Wals in Betrieb. SN/rotes kreuz salzburg
Seit Montag ist das Grundversorgungsquartier in Wals in Betrieb.

"Die Menschen, die jetzt zu uns kommen, haben eine sehr anstrengende Zeit und belastende Erlebnisse hinter sich. Uns ist es sehr wichtig, sie in einem stabilen Umfeld unterzubringen und ihnen Sicherheit und Orientierung zu bieten", erklärt Martin Huber, Bereichsleiter Migration im Roten Kreuz.

"Der Samariterbund und das Rote Kreuz haben beide viel Erfahrung in der Betreuung geflüchteter Menschen. Unsere enge Zusammenarbeit ermöglicht uns jetzt die optimale Betreuung der geflüchteten Menschen aus der Ukraine", sagt Ognjen Veličković, Leiter der sozialen Dienste im Samariterbund.

Das Grundversorgungsquartier dient als Unterkunft für die Vertriebenen, bis sie privat eine Unterkunft, etwa eine Mietwohnung, finden oder in ihre Heimat zurückkehren.

Stadt sucht Privatquartiere für Flüchtlinge

Unterdessen gab es am Montag das wöchentliche Jour Fixe zwischen Stadt Salzburg und den relevanten Hilfsorganisationen. Laut Bürgermeister Harald Preuner kommen täglich rund 100 Schutzsuchende aus der Ukraine in Salzburg an. Das Rote Kreuz verzeichnete bis Sonntag insgesamt 2233 Ankünfte am Standort Messe.

Rund die Hälfte der geflüchteten Menschen entscheidet sich, in Salzburg zu bleiben. "Für diese Gruppe, die länger bei uns bleiben wollen, benötigen wir weiterhin Privatquartiere", sagt Preuner und ruft zu Solidarität mit den Vertriebenen auf. In Stadt und Land würden noch etwa 1500 Plätze von Privaten für sie gesucht.

Unterricht für Kinder

Pfarrer Vitaliy Mykytyn erzählte, dass die Samstagsschule der Ukrainischen Gemeinde sehr gut laufe. Und auch die Kindergartengruppe mit einer Ukrainerin, die das Bildungsministerium angestellt habe. Deutschunterricht fände u.a. im Herz-Jesu-Gymnasium statt. Vonseiten der Stadt war zu erfahren, dass eine Aufstockung der Gruppengröße in Kindergärten für Flüchtlingskinder nunmehr möglich sei, ebenso wie eine Förderung für organisierte Spielgruppen.

Ausgemusterte Schwerfahrzeuge gefragt

Gesucht werden mittlerweile auch alle Arten von ausgemusterten Schwerfahrzeugen, vom Einsatzwagen bis zum Obus, da sehr viele Fahrzeuge im Krieg zerstört worden seien, wie Martin Panosch berichtet.

Benefizkonzert im Dom

Wer helfen will, kann dies im Rahmen eines Benefizkonzertes tun. Am Mittwoch, 6. April, wird ab 20 Uhr Pergolesis "Stabat Mater" mit Countertenor Andreas Scholl im Salzburger Dom gespielt. Die Aufführung ist den Opfern des Krieges gewidmet. Zählkarten unter Tel. 0662/828695 bzw. ab 18.30 Uhr vor Ort. Der Eintritt ist frei. Angemessene Spenden erbeten.

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