Chronik

Kriminalfall Krenn: U-Haft der Beschuldigten wurde verlängert

Am Donnerstag fanden die Haftprüfungen im Kriminalfall Roland Krenn gegen einen 24-jährigen Musiker und dessen 20-jährige Ex-Freundin statt.

Nach einer mehr als einstündigen Verhandlung am Landesgericht Salzburg verlängerte die Haftrichterin die Untersuchungshaft des Musikers bis 14. Oktober.

Nach Darstellung seines Anwalts Franz Essl blieb der 24-Jährige bei der Haftprüfung bei seiner Verantwortung wie er diese am vergangenen Montag bei seinem Geständnis dargestellt hatte. Essl: "Mein Mandant hat nie einen Mord geplant, vielmehr einen Raub."

Der Musiker hatte in dem Geständnis erzählt, zusammen mit seiner damaligen Freundin Roland Krenn am 19. Juli 2016 zu einem Essen nach Obertrum eingeladen zu haben. Sie kredenzten dem 63-Jährigen auch selbst gemachte Pralinen. Drei Süßigkeiten waren mit Schlafmittel versetzt. Das Paar hievte Krenn in dessen Geländewagen und fuhr nach Salzburg.

Im Keller von Krenns Villa fesselten sie ihn mit Kabelbindern an Händen und Füßen, knebelten ihn und stülpten ihm einen Beutel für Steiff-Teddybären über den Kopf. Anschließend hätten sie ihn alleine im Keller zurückgelassen. Der vermögende Mann dürfte den Ermittlungen zufolge erstickt sein. Roland Krenn sei unglücklicherweise verstorben, erklärte der Verteidiger.

Um 10.30 Uhr begann die Haftprüfung gegen die 20-jährige Frau, die bereits nach rund 20 Minuten beendet wurde. Auch in diesem Fall wurde die U-Haft bis 14. Oktober verlängert.

Anwalt Kurt Jelinek: "Meine Mandantin hat mit diesem Fall nichts zu tun. Sie hat Dr. Krenn in ihrem Leben vielleicht zweimal getroffen bzw. gesehen." Das Gericht geht bei beiden Verdächtigen weiterhin von dringendem Mordverdacht aus.

Der Tote wurde Anfang Mai im Futtertrog eines aufgelassen Schweinestalls im Innviertel in Oberösterreich entdeckt. Das Anwesen gehört einem 29-jährigen Gastwirt. Laut dem Geständnis des Musikers haben er und der Wirt die Leiche in dem Stall vergraben.

Der Wirt habe ihn dazu angestiftet, den Salzburger zu betäuben und zu berauben, weil er noch 10.000 Euro Schulden wegen Kokainkonsums bei dem Gastronom hatte, erzählte der 24-Jährige. Auch der dritte Verdächtige, der 29-jährige Wirt aus dem Innviertel, befindet sich ebenfalls weiterhin in U-Haft.

Die Staatsanwaltschaft verdächtigt die drei Personen, Krenn im Juli des Vorjahres in unterschiedlicher Beteiligung ermordet zu haben. Der Wirt und die junge Frau bestritten bisher die Vorwürfe, der 24-Jährige gestand zwar einen geplanten Raub, bestritt aber jegliche Tötungsabsicht.

Quelle: SN

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