Chronik

Kriminalität in Salzburg ist gestiegen, der Anteil fremder Tatverdächtiger auch

2019 sind im Bundesland Salzburg 33.007 Anzeigen erstattet worden, um 3,4 Prozent mehr als im Jahr davor und 10,6 Prozent mehr im Vergleich zu 2010. Erfreulich: Die Zahl der Wohnungseinbrüche ist signifikant gesunken.

Symbolbild SN/APA (Archiv/Gindl)/BARBARA GINDL
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Angesichts steigender Kriminalität in Salzburg kann die Exekutive auch auf positive Entwicklungen in ihrer Statistik verweisen, die am Freitag präsentiert worden ist. So sei die Aufklärungsquote um 0,9 Prozent auf 54,8 Prozent gestiegen, mehr als jeder zweite Fall habe aufgeklärt werden können. Auffällig dabei stellt sich die Zahl der ausgeforschten Tatverdächtigen dar. 21.422 waren es im Vorjahr, 2010 waren es noch 15.462. Verändert hat sich dabei auch der Anteil von Fremden: Waren es 2010 noch 5752, so wurden 2019 insgesamt 9352 verzeichnet - ein Ansteig von 62,6 Prozent.

Ein "Sorgenkind" der Polizei ist weiterhin die Internetkriminalität. In den Kategorien Cybercrime sowie Betrug im Internet sind 1481 Straftaten registriert, 959 Betrugsdelikte angezeigt worden. Das bedeutet eine Steigerung von etwas mehr als 40 Prozent im Vergleich zum Jahr davor.

Rückgang bei Einbrüchen in Wohnraum

Etwas entspannter darf man bei der Exekutive die Entwicklung in der Kategorie Eigentumskriminalität betrachten. 2019 wurden der Polizei in Salzburg 401 Anzeigen wegen Einbruchs in einen Wohnraum (Wohnhaus oder Wohnung) gemeldet (2018: 654). Das entspricht einer Abnahme von 38,7 Prozent im Vergleich zum Vorjahr und stellt den Tiefststand der vergangenen zehn Jahre dar. Auch die Diebstähle von Kfz sind 2019 mit 109 angezeigten Delikten erneut gesunken (2018: 135). Ebenfalls gesunken ist 2019 die Anzahl der Taschen- und Trickdiebstähle: Es wurden 958 Anzeigen gestellt. 2010 waren es 1404 Delikte, was einen Rückgang von 31,7 Prozent bedeutet.

Weiter Anstiege bei Cybercrime und Wirtschaftsdelikte

Eine Entwicklung nach oben mussten die Kriminalisten hingegen in den Bereichen Suchtgift- und Wirtschaftskriminalität registrieren:Die Zahl der Delikte nach dem Suchtmittelgesetz ist um 15,4 Prozent auf 2765 im Vorjahr gestiegen. Bei der Bekämpfung orten die Ermittler einige Hürden: So würden oftmals Drogen über das Darknet gehandelt und mit Postversand verschickt werden.

Ein weiteres "Sorgenkind" stellt die Wirtschaftskriminalität dar: Diese ist mit 4503 Delikten um 33,3 Prozent gestiegen. Darunter fallen auch 113 Anzeigen wegen Sozialleistungsbetrug. In der Kategorie Trickbetrug haben sich die Anzeigen mit 281 gleich verdoppelt. Die Zahl der Urkundendelikte ist 2019 von 750 auf 1026 gestiegen und ist der höchste Wert der vergangenen zehn Jahre.

Aufgerufen am 27.09.2020 um 12:55 auf https://www.sn.at/salzburg/chronik/kriminalitaet-in-salzburg-ist-gestiegen-der-anteil-fremder-tatverdaechtiger-auch-87288109

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