Kriminalität

Wieder ein Polizeitrick im Flachgau - 67-Jährige löste ihre Sparbücher auf

Im Flachgau häufen sich derzeit Betrugsfälle mit dem sogenannten Polizeitrick. So verloren in den vergangenen Tagen zwei Seniorinnen Bargeld in Höhe von fast 50.000 Euro.

Symbolbild. SN/APA/BMF
Symbolbild.

Die Maschen sind altbekannt: Ein Angehöriger sei festgenommen worden und könne nur nach Zahlung einer Kaution freigelassen werden. Oder: Ein Einbrecher sei geschnappt worden, der eine Liste mit künftigen Tatorten dabeihatte.

Gewissenlose Kriminelle rufen mit diesen oder ähnlichen Märchen so lange Menschen an, bis ihnen Glauben geschenkt wird.

  • Und so leitete ein Unbekannter am Montag seinen Zugriff auf das Geld einer 84-jährigen Flachgauerin ein, die er letztlich um knapp 20.000 Euro erleichterte. Der Unbekannte hatte die Seniorin am Festnetztelefon angerufen und sich als Polizist ausgegeben.

Er gaukelte ihr vor, in der Nachbarschaft würden sich die Einbrüche häufen - um gleichsam ihr Geld vor Diebstahl zu "schützen", vereinbarte er mit der 84-Jährigen eine Geldabholung für den 30. November.

Und wie vereinbart kam der Mann am Mittwoch zur Wohnadresse der Flachgauerin; sie übergab dem vermeintlichen Polizisten das Bargeld - zur Aufbewahrung, wie sie glaubte. Bei der Geldübergabe trug der Täter eine Haube und FFP2-Maske, deshalb konnte das Opfer keine Beschreibung abgeben. Der Mann zeigte eine Visitenkarte mit einem Polizei-Emblem vor.

  • Gleich mehrere vermeintliche Polizisten haben am Montag und am Dienstag eine 67-jährige Flachgauerin kontaktiert. Die Unbekannten sagten, dass in der Nähe des Wohnhauses der Frau ein Einbrecher festgenommen worden sei. Bei dem Festgenommenen hätten die Beamten einen Zettel gefunden, auf dem die Daten sowie die Bankdaten des Opfers zu lesen gewesen seien. Zur Sicherung ihres Vermögens wurde die Frau zur Auflösung ihrer Sparbücher überredet. Danach übergab sie am Dienstagabend zwei unbekannten Männern rund 28.000 Euro.

Zur Anzeige kam es aber aus einem eher skurrilen Grund: Die 67-Jährige händigte nämlich den Tätern irrtümlich auch noch Geldbörse und Schlüssel aus, worauf sie die echte Polizei kontaktierte.

Tipps der Kriminalprävention:

In den vergangenen Tagen kam es wieder vermehrt zu Anrufen im ganzen Bundesgebiet speziell im Flachgau; die Tipps der Kriminalprävention:

  • Die Polizei ruft nicht bei Ihnen zu Hause an und bietet an, Wertgegenstände in Verwahrung zu nehmen.
  • Geben Sie am Telefon nie Details zu Ihren finanziellen Verhältnissen und Ihrer Wohnsituation preis!
  • Lassen Sie sich nicht unter Druck setzen und beenden Sie sofort das Telefonat, wenn Ihnen etwas merkwürdig vorkommt! Vertrauen Sie auf Ihr Bauchgefühl und Ihren Hausverstand!
  • Übergeben Sie niemals Geld und sonstige Wertsachen an Fremde!
  • Bei verdächtigen Anrufen wenden Sie sich sofort an die örtlich zuständige Polizeiinspektion!

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