Chronik

Kriminalstatistik 2018: In Salzburg wurden weniger Straftaten angezeigt.

Die Gewaltkriminalität und Eigentumsdelikte sind rückläufig, die Zahl der angezeigten Delikte im Internet ist gestiegen.

Die Salzburger Polizei präsentierte am 2. Mai die neueste Kriminalstatistik. Demnach bearbeitete die Polizei in Salzburg 2018 insgesamt 31.927 Anzeigen, davon 2666, die versuchte Straftaten betrafen. Das bedeutet im Vergleich zum Jahr 2017 einen Rückgang von 1,4 Prozent bzw. ein Minus von 447 in absoluten Zahlen. Die Aufklärungsquote konnte um 1,7 Prozentpunkte gesteigert werden und liegt mit 53,9 Prozent über dem österreichischen Durchschnitt.

Landespolizeidirektor Franz Ruf sagte zu den Zahlen: "Mit einer Aufklärungsquote von 53,9 Prozent haben wir im langjährigen Vergleich den höchsten Wert im Bundesland Salzburg erreicht. Darüber hinaus konnten wir die Anzahl der angezeigten Straftaten um 1,4 Prozent absenken. Dies gelang durch ein Bündel von polizeilichen Maßnahmen, einem gezielten Personaleinsatz und durch die unermüdliche Ermittlungsarbeit der Polizeibediensteten. Wir bewerten dieses Ergebnis als einen schönen Erfolg für die Sicherheit in unserem Bundesland Salzburg".
Die Aufklärungsquote lag im Jahr 2006 noch bei bescheidenen 34,6 Prozent. Sie konnte Schritt für Schritt jedes Jahr auf nunmehr beachtliche 53,9 Prozent angehoben werden, so Ruf "Haben wir früher nur jede dritte Straftat aufgeklärt, so gelingt uns das jetzt bei jeder zweiten." Bei den Anzeigen gab es den höchsten Wert im langjährigen Vergleich im Jahr 2007 mit 36.100 angezeigten Delikten.

Geht man tiefer in das Zahlenwerk, dann zeigt sich im Vergleich zum Vorjahr, dass die Eigentums- und Gewaltkriminalität rückläufig ist. Hingegen ist die Zahl der Delikte im Internet gestiegen. Insbesondere bei Betrugshandlungen gibt es eine Verlagerung des Tatortes ins Internet. Darauf reagiert die Polizei unter anderem mit Präventionsmaßnahmen. In Summe wurden 2018 über 28.000 Personen in unterschiedlichen Bereichen beraten.

Gewaltkriminalität ist in Salzburg rückläufig

4922 Gewaltdelikte wurden 2018 in Salzburg angezeigt. Das ist ein Rückgang von 1,4 Prozent. In 683 Fällen der angezeigten Straftaten blieb es beim Versuch. Die Aufklärungsquote lag bei 85,3 Prozent und ist im Vergleich zu 2017 um 0,3 Prozentpunkte gestiegen.

Von den 5301 Tatverdächtigen bei Gewalt waren 87,2 Prozent männlich und 12,8 Prozent weiblich. 2054 Tatverdächtige waren zwischen 25 und 39 Jahre alt, 1464 waren über 40 Jahre alt. Die Tatverdächtigen von 0 bis 24 verteilen sich folgendermaßen: 0 bis 9 Jahre: 16. 10 bis 13 Jahre: 110. 14 bis 17 Jahre: 423 18 bis 20 Jahre: 615. 21 bis 24 Jahre: 619. 46,2 Prozent der Tatverdächtigen waren Fremde. Das ist ein Anstieg um 2,7 Prozentpunkte. In 2266 Fällen gab es keine Beziehung zwischen Täter und Opfer, in 1563 Fällen gab es ein Bekanntschaftsverhältnis und in 1111 Fällen eine familiäre Beziehung, in 302 Fällen lediglich eine Zufallsbekanntschaft.

Insgesamt wurden 5863 Menschen Opfer von angezeigten Gewalttaten (2017: 5.687, + 3,1 Prozent). 2018 waren 3545 der Opfer männlich (2017: 3.485 Männer, + 1,7 Prozent) und 2.318 weiblich (2017: 2.202 Frauen, + 5,3 Prozent). Die größte Anzahl der Opfer (1.940) ist zwischen 25 und 39 Jahre alt, gefolgt von den 40- bis 64-Jährigen (1.417). 388 Kinder unter 14 Jahren wurden Opfer von angezeigten Gewalttaten (0 bis 5: 52, 6 bis 9: 78, 10 bis 13: 258). 35,9 Prozent (2.106 Personen) der Opfer sind Fremde (2017: 1.895 Personen).

Zahl der Eigentumsdelikte ist gesunken

Wegen Eigentumsdelikten wurden wurden 2018 in Salzburg 11.668 Anzeigen erstattet. Das waren um 3,2 Prozent weniger als im Jahr davor. In 1359 Fällen blieb es beim Versuch. Die Aufklärungsquote konnte um 2,2 Prozentpunkte gesteigert werden und lag bei 25,4 Prozent. Von den 3.369 Tatverdächtigen sind 77,5 Prozent männlich und 22,5 Prozent weiblich. 1.073 Tatverdächtige waren zwischen 25 und 39 Jahre alt, 901 waren über 40 Jahre alt (0 bis 9: 5, 10 bis 13: 115, 14 bis 17: 533, 18 bis 20: 322, 21 bis 24: 420). 59,7 Prozent der Tatverdächtigen waren Fremde, das ist eine Steigerung um 3,2 Prozentpunkte im Vergleich zum Vorjahr.

44,9 Prozent der Tatverdächtigen sind Ausländer

Insgesamt wurden 20.104 Tatverdächtige ausgeforscht, im Vergleich zu 2017 ist das ein Plus von 8,7 Prozent. 16.272 der Tatverdächtigen sind männlich, 3832 sind weiblich. Mit 6781 stellt die Altersgruppe der 25- bis 39-Jährigen den größten Anteil der Tatverdächtigen, gefolgt von den Über-4o-Jährigen (6001). 9024 Tatverdächtige waren keine österreichischen Staatsbürger. Der Anteil der fremden Tatverdächtigen lag somit bei 44,9 Prozent (2017: 42,0 Prozent). Zu den häufigsten Herkunftsländern der Tatverdächtigen zählten 2018 Deutschland (1428), Afghanistan (721), Rumänien (702), Bosnien-Herzegowina (630) und Serbien (628).

Kriminalität verlagert sich ins Internet

Die angezeigten Fälle von Internetkriminalität stiegen um 21,3 Prozent von 861 auf 1044 im Jahr 2018. Die Aufklärungsquote liegt hier bei 39,4 Prozent. "Die Kriminalität verlagert sich ins Internet, weil der Tatort Internet rund um die Uhr weltweit zur Verfügung steht und die Anonymisierungsmöglichkeiten für die Täter gegeben sind", sagt CHristian Voggenberger vom Landeskriminalamt Die Delikte des Cybercrime im engeren Sinne (widerrechtlicher Zugriff auf ein fremdes Computersystem, Datenbeschädigung, betrügerischer Datenverarbeitungsmissbrauch usw.) stellen zahlenmäßig nicht das große Problem dar. Mehr als zwei Drittel der angezeigten Delikte macht der Internetbetrug, also der Betrug mit Tatort Internet, aus. Die Anzeigen wegen Erpressung und pornographischer Darstellungen Minderjähriger machen etwa 15 Prozent der angezeigten Fälle aus. "Cybercrime ist weiterhin im Steigen begriffen, aber durch Prävention und aktualisierte Virenschutzprogramme kann man sich erfolgreich schützen", sagt Voggenberger.

Mehr Drogendelikte als 2017

2018 wurden in Salzburg 2.397 Anzeigen wegen Suchtmittelkriminalität (156 Verbrechen, 2241 Vergehen) erstattet. Das bedeutet einen Anstieg von 5,1 Prozent. Die Steigerung der Anzeigenzahlen kann unter anderem mit einer höheren Kontrolldichte erklärt werden.

Quelle: SN

Aufgerufen am 21.01.2021 um 02:47 auf https://www.sn.at/salzburg/chronik/kriminalstatistik-2018-in-salzburg-wurden-weniger-straftaten-angezeigt-69651730

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