Chronik

Krise der Halleiner Vereine befeuert Diskussion über Fusion

Nach dem schlechten Saisonstart der Stadtrivalen Union und FC werden wieder jene Stimmen lauter, die eine engere Zusammenarbeit fordern. Die Stadtgemeinde zeigt sich gesprächsbereit.

Beim bislang letzten Stadtderby am 13. Mai 2017 setzte sich die Union mit 2:1 durch.  
Beim bislang letzten Stadtderby am 13. Mai 2017 setzte sich die Union mit 2:1 durch.  

In der Salinenstadt hat derzeit nur eine Fußballmannschaft Grund zum Jubeln: Die Union Hallein 1b eilt von Sieg zu Sieg und führt die Tabelle in der 2. Klasse Nord B an. Am anderen Ende des Klassements finden sich die eigentlichen Aushängeschilder von Union und FC wieder. Während die Union-Kampfmannschaft nach dem bitteren 3:3 im Derby gegen Adnet als Schlusslicht in der Salzburger Liga weiter sieglos ist, sitzt einen Stock tiefer auch der FC Hallein im Tabellenkeller fest. In Henndorf kassierten die Blau-Roten nicht nur die dritte Pleite in Serie, auch der erst im Sommer verpflichtete Trainer Miroslav Bojceski trat zurück.

FC Hallein: Hajek ersetzt Bojceski

"Seine Entscheidung können wir nicht ganz verstehen, aber wir müssen sie respektieren. Bei einem Neuaufbau ist klar, dass nicht sofort alles funktioniert. Der Saisonstart ist zwar nicht geglückt, desolat hat die Mannschaft aber nie gespielt", erklärt FC-Sektionsleiter Johann Promberger. Ein Nachfolger war dann aber überraschnd schnell gefunden: Schon am Montag einigte sich der FC mit Hans "Jimmy" Hajek, am Dienstag kam das endgültige OK. Hajek ist ein alter Bekannter in Hallein, seine Trainerkarriere hatte er vor rund 20 Jahren beim 1. Halleiner Sportklub (HSK), dem Vorgängerklub des FC, begonnen. "Ich möchte gerne zurück zu meinen Wurzeln, dorthin, wo alles begann und hier mithelfen, den FCH04 in die Richtung zu entwickeln, wo er hingehört: nämlich unter die Top 5 in Salzburg", sagt Hajek. Zu ihm gesellt sich mit Co-Trainer Roman Tiefenbacher ein ebenfalls alter HSK-Bekannter. Gemeinsam sind sie bereits am Dienstagabend in Vorbereitung für das schwere Heimspiel gegen Tabellenführer Berndorf gestartet.

Union verlor nach Seitenwechsel den Faden

Den Befreiungsschlag vor Augen hatte am Wochenende derweil der Stadtrivale. Gegen Adnet führte die Mannschaft von Chefcoach Thomas Eder zur Pause schon mit 3:0. Adrian Vurbic und Alexander Feckter war dabei das Kunststück gelungen, gleich zwei Eckbälle direkt zu verwandeln. Als Adnets Christoph Ebner unmittelbar nach dem Seitenwechsel jedoch verkürzte, verloren die Hausherren komplett den Faden und mussten sich am Ende mit einer Punkteteilung zufriedengeben. "Wir hatten alles unter Kontrolle. Die zweite Halbzeit war dann aber zum Vergessen", hadert Union-Sportchef David König, der aber weiter von seiner Mannschaft überzeugt ist. "Wir haben das Potenzial für die Salzburger Liga. Wir bringen es halt nur zum Teil auf den Platz."

"Warum nicht die Kräfte bündeln?"

Weil beide Vereine in der Krise stecken, werden nun wieder jene Stimmen lauter, die eine Fusion fordern. "Der Fußball in Hallein ist derzeit kein Renommée für die Stadt. Warum also nicht die Kräfte bündeln?", kann FC-Sektionsleiter Promberger der Idee einer engeren Kooperation viel abgewinnen. "Das wäre für beide Vereine eine gute Möglichkeit, um weiterzukommen. Auch finanziell wäre die Situation dann leichter", meint Promberger. Der FC Hallein war ja selbst erst 2004 aus der Fusion des 1. Halleiner Sportklubs und des SK Olympia Hallein hervorgegangen.

"In Hallein können zwei Clubs auf hohem Niveau spielen"

Auf sich und seinen Verein konzentrieren will sich indes Union-Sportchef König. "Es ist schade, dass beide Clubs schlecht dastehen. Das ist aber eine Momentaufnahme, die wir so schnell wie möglich verändern wollen. Wir schauen dabei aber nur auf uns", betont der Union-Macher, für den weiter zwei starke Vereine Platz in der Stadt haben. "Hallein hat über 20.000 Einwohner. Natürlich können da zwei Clubs auf hohem Niveau spielen." Das Fusionskapitel ist dennoch nicht geschlossen. "Das ist ein ewiges Thema, das immer wieder aufkommen wird. Momentan steht es nicht zur Debatte, Gespräche kann man jedoch immer führen. Wir haben ja ein ordentliches Verhältnis zum FC und auch eine gute Beziehung zur Gemeinde."

Vize-Bgm. Klappacher: "Verspüre Bereitschaft von allen Seiten"

Beim Derby gegen Adnet führte Vizebürgermeister Maximilian Klappacher (ÖVP) den Ehrenanstoß aus. "Das hat mich sehr gefreut und es war auch ein spannendes Spiel. Ich war sicher nicht zum letzten Mal bei einem Match am Union-Platz dabei", verspricht der designierte Nachfolger von Bürgermeister Gerhard Anzengruber. "Ich bin derzeit auch viel bei den Vereinen, um die handelnden Leute besser kennenzulernen", sagt Klappacher, der in Sachen Fusion festhält: "Das ist immer wieder Thema und ich verspüre Bereitschaft von allen Seiten. Wichtig ist mir, dass das nicht von der Stadt erzwungen wird. Eine Fusion hat sich zu entwickeln."

In welchen Bereichen und in welchem Maße Synergien entstehen können, sollen ergebnisoffene Gespräche klären. "Wir müssen gemeinsam erörtern, wo es sinnvoll ist zusammenzuarbeiten. Da sind viele Details zu beachten. Das kann nur in Abstimmung mit den Vereinen funktionieren. Den Funktionären nimmt man sonst die Lust", will der künftige Stadtchef keinen Druck auf die Vereine ausüben. "Der Ball liegt bei den Vereinen."

Aufgerufen am 16.10.2019 um 10:11 auf https://www.sn.at/salzburg/chronik/krise-der-halleiner-vereine-befeuert-diskussion-ueber-fusion-39670300

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