Chronik

Kritik nach Feuerwerksverbot beim Rupertikirtag

Ein neues Gesetz verbietet Feuerwerke in der Nähe von Flughäfen während der Betriebszeiten. Der Himmel über Salzburg bleibt beim Kirtag dunkel. Das befeuert die Kritik.

Der bevorstehende Salzburger Rupertikirtag, der heuer sein 40-Jahr-Jubiläum feiert, wird diesmal ohne das traditionelle Feuerwerk enden. Das Verkehrsministerium habe das Feuerwerk aufgrund der Nähe zum Flughafen untersagt, teilte Inga Horny, die Chefin der Altstadtmarketing GmbH, jetzt mit. Das Verkehrsministerium hat das Ansuchen von Pyrotechniker Christian Czech abgelehnt. Seit mehr als 20 Jahren bringt Czech mit seiner in Thalgau ansässigen Firma Pyrovision zu Ruperti den Himmel über der Altstadt zum Leuchten. Er ist auch der Mann hinter dem Silvester-Feuerwerk.

Hintergrund ist eine Novelle des Luftfahrtgesetzes. Es sieht neue Bestimmungen zu den Sicherheitszonen im Umfeld von Flughäfen vor. Aus Sicherheitsgründen dürfen während der Betriebszeiten von Flughäfen in einem bestimmten Radius keine Feuerwerke stattfinden. Der Salzburg Airport hat Betriebszeiten von 6 bis 23 Uhr. Der Kirtag endet jedoch schon um 22 Uhr. Horny sieht das Verbot gelassen: "Ich habe dafür Verständnis, Sicherheit geht vor." Natürlich sei das Feuerwerk immer ein schöner Abschluss, sagt Bürgermeister Heinz Schaden (SPÖ). Aber bei einer bundesgesetzlichen Regelung seien ihm die Hände gebunden.

Gibt es auch für Salzburg eine Ausnahmegenehmigung?

Der Kirtag werde auch ohne das Feuerwerk gut über die Bühne gehen, ist Horny überzeugt. Nichts desto trotz werde man versuchen, für das heurige Fest eine Ausnahme zu erwirken. Vielleicht lasse sich ein Zeitfenster ohne Flugverkehr finden.

Czech übt scharfe Kritik an dem Gesetz und spricht von einem "Schildbürgerstreich". Noch nie habe weltweit ein Feuerwerk den Luftverkehr gefährdet.

Auch die Stadt-ÖVP wettert gegen die neue Regelung: "Mir ist völlig schleierhaft,

warum das Feuerwerk plötzlich ein Sicherheitsrisiko für den Flughafen sein soll, nachdem es in den vergangenen Jahren nie ein Problem gegeben hat", betont ÖVP-Gemeinderat Franz Wolf. Das Verbot sei realitätsfern und müsse wohl Schreibtischtätern in Wien eingefallen sein, wo der Flughafen weit vom Stadtgebiet entfernt sei. Erst vor wenigen Wochen sei das Gesetz still und heimlich in der Urlaubszeit novelliert worden. "Und das, obwohl renommierte Unternehmen wie Red Bull und die Casinos Austria sogar eine Petition gegen diese bundesländerfeindliche Regelung unterzeichnet haben."

Keine Freude mit dem Gesetz hat auch FPÖ-Gemeinderat Erwin Enzinger: "Bereits letztes Jahr entging die Stadt Innsbruck nur knapp einer Feuerwerks-Absage. Nur durch eine Sondergenehmigung konnte das Bergsilvester-Feuerwerk in Innsbruck stattfinden. Ich hoffe, dass auch in Salzburg eine Lösung gefunden wird, um das Feuerwerk noch stattfinden lassen zu können." Schließlich sei das Feuerwerk der krönende Abschluss des Rupertikirtags.

Das Ministerium argumentiert mit der Sicherheit. Czech habe zwei Möglichkeiten, eine Genehmigung zu bekommen. Entweder finde das Feuerwerk erst nach 23 Uhr statt, oder er schieße das Feuerwerk aus geringerer Höhe ab. Die Sperrzone gilt ab einer Seehöhe von 475 Metern. Der Mönchsberg, von dem aus die Feuerwerkskörper starten sollten, liegt auf 470 Metern. Die Raketen dürften demnach nur eine Steighöhe von fünf Metern erreichen. "Das ist lächerlich", meint Czech. Geplant war das Feuerwerk in 120 Metern Höhe.

Auf das Salzburger Silvesterfeuerwerk haben die neuen Regeln keine Auswirkungen. Schließlich ist der Flughafen zu Mitternacht schon geschlossen.

Aufgerufen am 24.09.2018 um 06:06 auf https://www.sn.at/salzburg/chronik/kritik-nach-feuerwerksverbot-beim-rupertikirtag-1065985

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