Chronik

Kronzeuge im Salzburger Captagonverfahren stand jetzt selbst vor dem Strafgericht

Vorwurf der versuchten Nötigung, der gefährlichen Drohung und der Körperverletzung - der Iraker wurde letztlich ebenso freigesprochen wie ein mitangeklagter Syrer.

Symbolbild SN/apa
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Jener 41-jährige Iraker, der im derzeit am Landesgericht Salzburg laufenden Megaprozess gegen 14 Angeklagte wegen mutmaßlichen Handels von 13,8 Millionen Stück Captagonpillen der Kronzeuge der Staatsanwaltschaft ist, musste am Freitag selbst in einem Strafprozess auf der Anklagebank Platz nehmen.

Dem Iraker - der brisanterweise ausgerechnet mit jener Arabisch-Dolmetscherin liiert ist, die im Captagon-Ermittlungsverfahren Tausende Telefongespräche zwischen den vom ihm als Kronzeugen belasteten Angeklagten übersetzte, wurde versuchte Nötigung, Drohung und Körperverletzung angelastet. Konkret soll der 41-Jährige (Verteidiger: RA Thomas Klein) im März 2021 zum einen mehrere Mitglieder einer arabischstämmigen Familie mit dem "Kopfabschneiden" bedroht sowie zum anderen einen 31-jährigen Syrer, mit den er seit längerem im Streit liegt, durch Tritte und Schläge verletzt haben. Der besagte Syrer (Verteidiger: RA Kurt Jelinek) war ebenfalls angeklagt, weil er wiederum seinerseits den Iraker verletzt haben soll.

Die Richterin sprach letztlich beide Angeklagte mangels Tatnachweises frei. Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig.

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