Chronik

"Kunst bietet mir Trost in Krisenzeiten"

Sein Leben lang wollte er Kunst schaffen, doch die Zeit war nicht auf seiner Seite. Nun wurde Corona für Andreas Grubinger zur Inspiration.

Das Coronavirus hat Andreas Grubinger inspiriert. Zu seinem Coronakreuz sagt er: „Die Menschen brauchen jetzt Herz und Zusammenhalt.“ SN/susanna berger
Das Coronavirus hat Andreas Grubinger inspiriert. Zu seinem Coronakreuz sagt er: „Die Menschen brauchen jetzt Herz und Zusammenhalt.“

Nein, Corona habe ihm keine Angst gemacht. Auch nicht der Lockdown, den er größtenteils allein in seinem Einfamilienhaus in Thalgau verbracht habe. Im Gegenteil, er hatte diese Zeit für seine Leidenschaft, die Kunst, genutzt. Sie biete Trost in der Krise. Corona sei wie eine Inspirationsquelle für ihn gewesen. Das Ergebnis ist im Garten von Andreas Grubinger zu entdecken. Mitten auf der Wiese ragt ein zwei Meter hohes Holzkreuz in die Höhe. An jeder Seite hängt eine Dornenkrone, eingebrannt in das Holz finden sich Schlagworte wie "Anfang", "Herz", "Zusammenhalt" und "Ziele".

"Ich bin ein spiritueller Mensch und hab in der Zeit der Pandemie viel über unseren Glauben nachgedacht", so der 76-Jährige. Was die Menschen jetzt bräuchten, seien Herz und Zusammenhalt sowie Ziele, die sie nach vorn schauen ließen. Das wolle er mit seinem Kreuz ausdrücken. Denn das Virus werde uns noch länger beschäftigen.

Andreas Grubinger interessiert sich auch für Astrologie: "Ich habe herausgefunden, dass zu Zeiten der Pest im Jahr 1518 dieselbe kosmische Konstellation geherrscht hat wie beim Ausbruch von Corona." Er glaube an den Einfluss der Sterne. Eine Überzeugung, für die Grubinger oft zweifelnde Blicke erntet. Doch daran ist er gewöhnt. In seiner Kindheit seien sein Interesse für das Mystische, für Zahlensymbolik und für die Kunst als Spinnerei abgetan worden.

1943 als lediges Kind geboren, verlor er mit zehn Jahren seine Mutter. Sein Urgroßvater und eine Tante zogen ihn groß. "Das war eine harte Zeit damals, in der Kreativität und Fantasie kaum Platz hatten."

70 Jahre später lebt der Maler seine Leidenschaft voll aus. In der Garage lagern riesige Gemälde von ihm, einmal seine Interpretation des Abendmahls, daneben eine Hinterglasmalerei, die die Oberndorfer Kirche anlässlich des Stille-Nacht-Jubiläums im Jahr 2018 zeigt. Im Haus hängt ein buntes Durcheinander seiner Bilder an den Wänden.

An einem Gartenstuhl auf der Terrasse lehnt eine silbern umrahmte und von Stacheldraht umwickelte Isolierplatte. "Das ist das Coronavirus", erklärt Grubinger. Das habe aber nicht er geschaffen, sondern die Natur. Zwei Isolierplatten, eine dicke und eine dünne, seien hinter einer Plexiglasscheibe gelagert gewesen. "Die Sonne hat so lange draufgescheint, bis die Platten sich verzogen haben und ineinander verschmolzen sind." Grubinger erkennt in dem Gebilde einen Fisch. "Oder vielmehr ein Ungeheuer. Für mich steht es für das unheilbringende Virus, das uns alle einsperrt." Das symbolisiere der Stacheldraht.

Ein großer Wunsch Grubingers ist es, seine Werke auszustellen. "Ich habe mich schon öfter darum bemüht, ob bei der Kirche oder in Kulturvereinen."

Geklappt habe es so gut wie nie. Warum? "Ich glaube nicht, dass ich weniger kann als so manch anderer Künstler, aber vielleicht bin ich zu unbequem mit meiner Botschaft, vielleicht sehen sie auch nur einen Spinner in mir."

Aufgerufen am 05.12.2020 um 12:47 auf https://www.sn.at/salzburg/chronik/kunst-bietet-mir-trost-in-krisenzeiten-94882873

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