Chronik

"Lässig war's" unter den Wortklaubern

Poetry Slammer sprachen über Gott und die Welt. Ein Pinzgauer versuchte sich das erste Mal.

"Die Lieblingsoma ist ein Requisit und nicht auf der Bühne erlaubt. Fürs Publikum gilt: Wir feiern jeden, der mitmacht. Stad sei' und Pappn hoitn. Respect the poet!" - Anna-Lena Obermoser gibt klare Kommandos. Das Energiebündel aus Wald ist ein bekanntes Gesicht der Poetry-Slam-Szene Österreichs, im Nexus moderierte sie am vorigen Freitag zum siebten Mal die "Wortklauberei".

Obermoser lud vier bekannte "Slammer" ein. Sie sprachen, wie ihnen der Mund gewachsen ist. Vom Gründen einer Punkband nach der Nationalratswahl, vom Klimawandel und Liebesgefühlen, vom Vergessen, das leichter sei als verzeihen. Bis hin zu einer kuriosen Einleitung: "Jeder meiner Verwandten hat einen anderen Intimgeruch." Da wurde das Publikum hellhörig, am Ende erhielt der Wiener mit dem Künstlernamen Nano Miratus auch den "fettesten Applaus". Seine komische Mischung aus Humor und persönlichen Weisheiten kam am besten an.

Der einzige Laie, der sich dieses Mal dem Publikum stellte, war Edin Suljkanovic. Der 23-jährige Saalfeldener ist leidenschaftlicher Musiker, tritt als Sänger mit Gitarre auf. "Ich schreibe viele Songtexte, diese stehen normal hinter dem Vorhang der Musik. So fühlte ich mich wie nackt, habe gezittert, aber es war eine schöne Erfahrung. Ich würde es wieder machen." An Unschlüssige richtet er: "Vergesst die Hemmschwelle, probiert es aus." Unter anderem sprach Suljkanovic über psychische Probleme im Freundeskreis: "Ich nenne auch schlimmste Gedanken. Etwas totzuschweigen, bringt nichts."

Obermoser, die in Graz im dritten Semester "Soziale Arbeit" studiert und mit einem Verein viele Poetry Slams in der Steiermark organisiert, zeigte sich begeistert: "Lässig war's. Es gab oft langen, gediegenen, wertschätzenden Applaus. Man hat sich wie in der Badewanne gefühlt, wollte gar nicht mehr raus." Die Teilnehmer hätten lyrische, zum Nachdenken anregende Sachen vorgetragen, sie schwimme auch gern auf dieser Schiene daher. "Ich bin eine lustige Haut, die das Leben ernst nimmt. Poetry Slam bietet ein wunderbares Ventil, wenn es einem mal dreckig geht."

Der nächste Slam im Pinzgau steigt bereits am Samstag, 10. November, um 20 Uhr im Theater Lofer. Anna Schweinöster lädt zum "Folks Poetry", einem Wortgefecht ohne Wettbewerb. Die nächste Nexus-"Wortklauberei" ist für 1. Februar geplant.

Aufgerufen am 20.11.2018 um 11:51 auf https://www.sn.at/salzburg/chronik/laessig-war-s-unter-den-wortklaubern-60587956

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