Chronik

Lammerklamm soll auch Rollstuhlfahrern offenstehen

Ein neues Konzept sieht die barrierefreie Gestaltung der bei Touristen und Einheimischen beliebten Lammerklamm in Scheffau vor. Neben jeder Menge Hirnschmalz ist dafür auch viel Geld nötig.

54.000 Besucher kamen heuer in die Lammerklamm. Ein in den vergangenen Monaten erstelltes Konzept zur Erneuerung der Klamm soll dazu beitragen, dass künftig eine ganz neue Zielgruppe Interesse an dem Naturjuwel findet: Menschen mit Einschränkungen. "Es geht uns dabei nicht nur um Rollstuhlfahrer, sondern auch um ältere Menschen mit Rollator oder Eltern mit Kinderwagen", sagt der Scheffauer Bürgermeister Friedl Strubreiter (ÖVP).

"Ohne eine Förderung ist das nicht zu stemmen." Friedl Strubreiter, Bgm. Scheffau

Im Rahmen eines von der EU geförderten Leader-Projekts - Scheffau ist Mitglied der Leader-Region Pongau - wurde im vergangenen Jahr ein Konzept erstellt. Zwei Drittel der Kosten von rund 50.000 Euro hat die EU übernommen. In dem Konzept ist unter anderem die Errichtung eines Rollstuhl-Lifts und einer transparenten Plattform über der Klamm vorgesehen. "Auch Rollstuhlfahrer sollen die schönsten Punkte der Klamm besichtigen können", sagt Strubreiter.

Um dieses Vorhaben auch umsetzen zu können, braucht es allerdings Geld - konkret zwischen 350.000 und 400.000 Euro. "Wir werden uns deshalb mit dem jetzt vorliegenden Konzept um eine weitere Leader-Förderung bewerben. Ohne Förderung ist ein solches Projekt für eine kleine Gemeinde wie Scheffau nicht zu stemmen", betont Strubreiter. Selbst wenn alles wie geplant klappen sollte, rechnet der Ortschef aufgrund der umfangreichen Vorarbeiten nicht mit einer Umsetzung vor 2021/2022.

Derzeit ist die Lammerklamm geschlossen. Mitte April bis Ende Oktober steht sie wieder für Besucher offen.

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