Chronik

Land Salzburg hat eigenen Drohnenpiloten

Martin Lausenhammer ist das "fliegende Auge" im Landesdienst. Aber wofür braucht das Land Salzburg eigentlich eine Drohne?

Salzburg von oben ist wunderschön. Da oben sieht man so einiges - zum Beispiel die Raumordnungspolitik des Landes. Aus 100 Metern Höhe sieht Martin Lausenhammer mit seiner Drohne auch einen 5-Euro-Schein. Der 31-jährige Vermessungstechniker arbeitet für die Abteilung 4 des Landes. Seit 2015 hat das Land zwei Drohnen angeschafft. Der Einsatzbereich der fliegenden Kamera ist vielseitig und reicht von Vermessungen und der Erstellung von exakten 3D-Modellen bis hin zu Schadensbegutachtungen nach Umweltkatastrophen. "Der Einsatz der beiden Drohnen ist heute praktisch unersetzlich. Ich kann Rasterflüge machen, um dann aus vielen Einzelfotos ein genaues 3D-Modell der Umgebung zu erstellen. Zum Beispiel bin ich auch für den landesgeologischen Dienst unterwegs, um drohende Felsstürze von oben beurteilen zu können", sagt der Seekirchner.

Fingerspitzengefühl gefragt

Seit 2012 beschäftigt sich Lausenhammer - er ist gelernter Vermessungstechniker - mit Drohnen, verfolgt die Entwicklung der Technik. Fingerspitzengefühl ist auf jeden Fall gefragt, das Gerät wird mit einer kleinen Fernbedienung und einem Monitor gesteuert. Die befestigte Kamera macht hochaufgelöste Bilder, von Orten, die meist nur schwer erreichbar sind. "Die Anspannung bei einem Flug ist immer enorm. Spätestens, wenn die Drohne nicht mehr zu hören ist, steigt der Puls. Ich hatte gehofft, das gibt sich mit der Zeit, aber dem ist nicht so", verrät der Pilot. Ist das High-Tech-Gerät außer Sichtweite, kann sie mittels Monitor weiterverfolgt werden. So entstehen die atemberaubenden Vogelperspektiven.

Umweltbaustellen und Naturkatastrophen von oben

Die große Umweltbaustelle im Rahmen des "Life-Projekt Salzachau" im Flachgau hat er genauso überflogen wie den Felssturz auf die B99 bei Hüttau. Auch Windwürfe und Hochwasserereignisse können oft aus der Luft besser beurteilt werden. Ist ein 3D-Modell eines Bereiches gefragt, macht der Mitarbeiter des Landes auch das. "Eine enorme Rechenleistung ist nötig, um die Einzelfotos unter Berücksichtigung vieler Faktoren zu einem dreidimensionalen Bild zu vereinen", so der Experte.

Die Burg Werfen von oben.  SN/land salzburg
Die Burg Werfen von oben.

Nummerntaferl wie beim Auto

Wer wo und wann mit einer Drohne fliegen darf, das bestimmt die "Austro Control". Auch mit diesen Dingen muss sich Pilot Martin Lausenhammer auseinandersetzen. "Über dicht besiedeltes Gebiet darf ich gar nicht fliegen, auch bei militärischen Sperrgebieten und in der Nähe von Flughäfen geht nichts. An Maximalhöhen und Abstände halte ich mich exakt", erklärt er. "Sünden" im Luftverkehr können schlecht verheimlicht werden. "Unsere Drohnen haben eine Art Nummerntaferl, mit der sie registriert sind", so Lausenhammer. Dennoch sei der gesetzliche Graubereich noch groß.

Bis zu 25 Minuten in der Luft

Nicht nur das Gesetz, auch die Natur gibt gewisse Grenzen vor: "Ab minus 10 Grad drohen die Rotoren zu vereisen, auch die Akkus halten nicht lange. Ist alles im Normalbereich, kann ich sie bis zu 25 Minuten in der Luft halten, dann tausche ich die Akkus." Jedenfalls reicht die Zeit, um Salzburg aus der Adlerperspektive einzufangen.

Quelle: SN

Aufgerufen am 22.10.2018 um 10:55 auf https://www.sn.at/salzburg/chronik/land-salzburg-hat-eigenen-drohnenpiloten-38727166

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