Chronik

Land Salzburg schickt Schulsozialarbeiter in den Pongau

Damit sich Lehrer auf Wissensvermittlung konzentrieren können, schickt das Land im Pongau Schulsozialarbeiter zu den Eltern nach Hause.

Kinder und Jugendliche mit Migrationshintergrund sind derzeit eine Riesenherausforderung für die Pflichtschulen in Salzburg. Wobei die Probleme laut Landeshauptmann Wilfried Haslauer (ÖVP) nicht in erster Linie die Flüchtlingskinder seien, sondern die Kinder der türkischen Community. 40 Prozent der Jugendlichen wurden nach Absolvierung dr Schulpflicht keine Ausbildung mehr beginnen. "Der Anteil der türkischen Mädchen ist hier erschreckend hoch", sagt Haslauer. Gerade im Pongau und Pinzgau seien die Probleme drastisch.

Daher beginne man heuer mit aufsuchender Sozialarbeit. "Wir starten mit einer Pilotphase im Pongau und wollen das ab März über das gesamte Bundesland ausdehnen. Wir gehen über die Schule mit Sozialarbeitern hinaus in die türkischen Familien. Gerade in Bischofshofen oder St. Johann haben wir hier eine Zone, die kritisch ist. Die Mütter sprechen nicht Deutsch, da kommen Kinder in den Kindergarten, die auch kein Wort Deutsch können." Allein für den Pongau werde man daher 84.000 Euro zusätzlich in die Hand nehmen. Das Projekt für das ganze Land beläuft sich auf 650.000 Euro.

Schulsozialarbeit soll zu weniger Schulabbrüchen führen

Diese Form der Schulsozialarbeit soll zu mehr Schulabschlüssen führen. "Schulsozialarbeit ermöglicht, dass sich die Pädagoginnen und Pädagogen auf ihre ursprüngliche Aufgabe konzentrieren können, und zwar die Wissensvermittlung", sagt Haslauer. In einer Pilotphase wird im kommenden Semester im Pongau mit aufsuchender Sozialarbeit, Sozialarbeit an den Schulen und Elternberatung und Elternarbeit begonnen.

Die Implementierung der aufsuchenden Sozialarbeit wird in einem in der Stadt Salzburg erprobten Team erfolgen und schrittweise an Sozialarbeiterinnen und Sozialarbeiter im Pongau übergeben.

Für die Sozialarbeit an den Schulen steht ein Mitarbeiter zur Verfügung, der zusätzlich zur Anwesenheit auch per Rufbereitschaft für Beratungen, Krisenintervention und Konfliktregelungen zur Verfügung steht.

Die Elternberatung und -begleitung bietet konkrete Unterstützung bei der Bewältigung von Krisensituationen. Hier liegt der Beratungsschwerpunkt vor allem im Bereich Frauen und Familien mit Migrationsgeschichte.

Ab dem Sommersemester soll das Projekt auf alle Bezirke ausgeweitet werden. Das Budget wird dafür auf mehr als 620.000 Euro erhöht.

23 zusätzliche Planstellen für Sprachförderung

Derzeit leben in Salzburg rund 500 schulpflichtige Flüchtlingskinder. Landesweit werden daher auch im kommenden Schuljahr drei Willkommensklassen eingerichtet. Darin werden vor allem noch nicht alphabetisierte Flüchtlingskinder integrativ unterrichtet.

Der Bedarf an zusätzlicher Unterstützung für Kinder mit sprachlichen Defiziten ist aber auch an vielen weiteren Schulen im Land hoch. Da die vom Bund bereitgestellten 52 Planstellen nicht ausreichen, werden vom Land zusätzlich noch einmal 23 Planstellen in der Sprachförderung zur Verfügung gestellt.

Die Zahlen zum Schulbeginn

Die Schülerzahlen haben sich stabilisiert und werden in den kommenden Jahren auf demselben Niveau bleiben.

Die Zahlen zum Schulstart:

  • 38.362 Schüler besuchen die Pflichtschule (2014/2015: 37.938), davon gibt es
  • 21.727 Kinder an 180 Volksschulen,
  • 14.665 an 70 Neuen Mittelschulen
  • 1039 an 16 selbstständigen Polytechnischen Schulen und an zwei an NMS angeschlossene PTS-Klassen sowie
  • 931 Kinder an 23 Zentren für Inklusiv- und Sonderpädagogik und Sonderschulen.
  • 5409 Kinder (2014/2015: 5.195) sind Taferlklassler.
  • 9072 Schüler besuchen eine der zwölf Salzburger Berufsschulen in 600 Klassen und werden in 80 verschiedenen Berufen ausgebildet.
  • 13.706 Schüler besuchen eine AHS,
  • 738 die Bildungsanstalt für Kindergartenpädagogik (BAKIP) und
  • 13.517 Schüler eine Berufsbildende Mittlere und Höhere Schule (Handelsakademie, Handelsschule, Höhere Technische Bundeslehranstalt, Humanberufliche Schulen)
  • 1103 Nachprüfungen gibt es heuer an AHS,
  • 2168 an BMHS.
Quelle: SN

Aufgerufen am 18.11.2018 um 05:33 auf https://www.sn.at/salzburg/chronik/land-salzburg-schickt-schulsozialarbeiter-in-den-pongau-1092358

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