Chronik

Land Salzburg weitet Europaschutzgebiete aus und entgeht EU-Strafzahlung

Ein jahrelanger Disput mit der EU rund um auszuweisende Natura 2000-Gebiete sei nun für Salzburg von Naturlandesrätin Maria Hutter gelöst worden. Das meldete das Land. Drohende Strafzahlungen an die EU in Millionenhöhe konnten demnach vermieden werden.

Freut sich über die Anerkennung der Salzburger Vorschläge für Natura 2000-Gebiete durch die EU: Landesrätin Maria Hutter.  SN/land salzburg
Freut sich über die Anerkennung der Salzburger Vorschläge für Natura 2000-Gebiete durch die EU: Landesrätin Maria Hutter.

Ein mehr als zehn Jahre dauernder Konflikt mit der Europäischen Union konnte nun laut Aussendung des Landes von ÖVP-Landesrätin Hutter in ihrem ersten Jahr im Amt beigelegt werden. Die EU-Kommission hat den Salzburger Vorschlag für die Ausweisung von seit Jahren geforderten Europaschutzgebieten akzeptiert. Seitens der EU sei mitgeteilt worden, dass das anhängige Vertragsverletzungsverfahren eingestellt werde - sehr zur Freude Hutters.

Laut Aussendung hatte das Land Salzburg der EU konkret die Ausweisung von sieben Schutzgebieten gemeldet. Gemeinsam mit den Grundeigentümern sei nun ein Konsens gefunden worden, mit dem man die langjährige Forderung der EU nach einer Ausweitung des Natura-2000-Netzwerks nun erfülle. Die EU-Kommission hatte in den vergangenen Monaten die Salzburger Vorschläge geprüft, diese nun akzeptiert und das Vertragsverletzungsverfahren beendet.
Landesrätin Hutter betonte, sie habe sofort nach ihrem Amstantritt begonnen, "mit den Grundeigentümern zu sprechen. Es gab für mich nachvollziehbare Sorgen und Ängste, die weitgehend ausgeräumt werden konnten".

Millionen-Strafzahlungen vom Tisch

Eigentlich hätte bereits 2004 alles erledigt sein müssen. 2013 wurde dann von Brüssel ein Vertragsverletzungsverfahren gegen Österreich eröffnet, weil die geforderten Lebensräume immer noch nicht von den Bundesländern unter Schutz gestellt wurden. Im Falle einer Verurteilung hätten hohe Strafzahlungen gedroht. Diese seien nun für Salzburg vom Tisch, betont Hutter.

Sieben Europaschutzgebiete nach Brüssel gemeldet

Folgende nunmehr als Europaschutzgebiete ausgewiesene, besonders einzigartige und schützenswerten Lebensräume wurden der EU-Kommission gemeldet:

* Bergmähwiesen: 26 Hektar - Gemeinde Unken

* Fels-Grimaldimoos: 1 Hektar - Gemeinde Golling

* Firnisglänzendes Sichelmoos: 4,5 Hektar - Gemeinde Strobl

* Rudolph's Trompetenmoos: 3 Hektar - Gemeinde Untertauern

* Sumpfgladiole: 0,7 Hektar - Gemeinde Grödig

* Grünspitziger Streifenfarn: 7,5 Hektar - Gemeinde Mittersill

* Zierliche Tellerschnecke: 45 Hektar - Uferbereich Obertrumer See, Gemeinde Seeham

Quelle: SN

Aufgerufen am 31.10.2020 um 03:09 auf https://www.sn.at/salzburg/chronik/land-salzburg-weitet-europaschutzgebiete-aus-und-entgeht-eu-strafzahlung-73947595

Covid-Aufruf der Behörden

Personen, die sich zu folgenden Zeiten an den angegebenen Orten befunden haben, werden ersucht, ihren Gesundheitszustand zu beobachten: Dienstag, 20. Oktober bis Freitag, 23. Oktober, Gaststätte "kenn i di", …

Kommentare

Schlagzeilen