Chronik

Lawinen: Bundesheer ab Freitagnachmittag rufbereit

Salzburgs Militärkommandant Brigadier Anton Waldner hat am Donnerstagnachmittag die Rufbereitschaft für die vier Lawineneinsatzzüge des Bundesheeres verfügt. Er kommt damit dem Ersuchen des Landes nach, dessen Katastrophenschutz für das Wochenende vorsorgt. 100 Zentimeter Neuschnee werden noch einmal dazu kommen, Straßensperren und größere Lawinen sind zu erwarten.

Das Salzburger Bundesheer steht für eventuelle Lawineneinsätze bereit (Symbolbild).  SN/eva hammerer
Das Salzburger Bundesheer steht für eventuelle Lawineneinsätze bereit (Symbolbild).

Auf Salzburgs Bergen herrscht heute, Donnerstag, zum Teil große Lawinengefahr. Die ergiebigen Neuschneemengen und starker Wind haben in den Nordalpen und Tauern für umfangreiche Schneeverfrachtungen gesorgt.

Der Warndienst beurteilte die Lage am Donnerstag mit Stufe vier auf der fünfstufigen Gefahrenskala. Auch in den übrigen Gebirgsgruppen sei die Situation abseits der gesicherten Pisten heikel.

Bereits ein einzelner Wintersportler kann vor allem in Steilhängen oberhalb der Waldgrenze frischen Triebschnee auslösen und einen Lawinenabgang verursachen. "Die Möglichkeiten sind stark eingeschränkt und erfordern viel Erfahrung in der Lawinenbeurteilung", mahnten die Experten zur Vorsicht. Die Gefahrenstellen befänden sich in allen Hangexpositionen und "teils untypisch auch kammfern und im lichten Hochwald". Auch spontane Lawinenabgänge seien möglich.

Warnstufen. SN/APA
Warnstufen.

In den Hohen Tauern weht kräftiger Nordwest-Wind. Auf den Gipfeln ist laut Zentralanstalt für Meteorologie und Geodynamik Salzburg (ZAMG) mit Sturmspitzen von über 100 km/h zu rechnen. Auch in den nächsten Tagen hat der Winter das Land Salzburg fest im Griff. Die Lawinensituation bleibt durch Neuschnee und Sturm angespannt.

Lawinengefahr: Land ersucht Bundesheer um Unterstützung

Wie es aussieht, geht es wettertechnisch in den nächsten Tagen aber in den gleichen Tonart weiter: Am Wochenende kommt auf Salzburg eine Warmfront mit 60 bis 100 Zentimeter Neuschnee zu. Nach den massiven Schneefällen der vergangenen Tage wird die Lawinengefahr daher noch weiter steigen. Daher hat der Katastrophenschutz des Landes Salzburg das Bundesheer ersucht, die vier Lawineneinsatzzüge in Bereitschaft zu versetzen.

Die Lawinengefahr ist seit Donnerstag auf Stufe vier.  SN/robert ratzer
Die Lawinengefahr ist seit Donnerstag auf Stufe vier.

Das Militärkommando Salzburg wurde am Donnerstag vom Katastrophenschutz des Landes und der Lawinenwarnzentrale über die Zuspitzung der Lage im ganzen Land informiert. "Wir haben angesucht, die Lawineneinsatzzüge des Bundesheeres in Saalfelden, Tamsweg, Hochfilzen und St. Johann im Pongau in Bereitschaft zu versetzen", so Norbert Altenhofer, Leiter des amtlichen Lawinenwarndienstes und Katastrophenreferent.

Am Nachmittag erfolgte dann die entsprechende Zusage des Militärkommandos: Heeres-Einheiten in Saalfelden, Tamsweg, Hochfilzen und St. Johann im Pongau stehen ab Freitagnachmittag bereit. "Das bedeutet, dass alle eingeteilten Soldaten stets erreichbar sind und im Alarmfall binnen 90 Minuten in die Kaserne einrücken müssen", heißt es vom Bundesheer. Ein Lawineneinsatzzug besteht aus bis zu 32 Soldatinnen und Soldaten, die speziell ausgerüstet und ausgebildet sind.

Alarmierung durch die Behörden

Einen Assistenzeinsatz können der Bund, das Land, eine Bezirkshauptmannschaft oder ein Bürgermeister anfordern. "Das Bundesheer kommt erst dann zum Einsatz, wenn andere nicht mehr können oder das Schadensausmaß äußerst groß ist", so der zuständige Oberstleutnant vom Militärkommando Salzburg, Herbert Kain.

Bis zu 100 Zentimeter Neuschnee erwartet

Die Situation wird sich von Samstag auf Sonntag massiv verschärfen, auf kalten Pulverschnee werden weitere 60 bis 100 Zentimeter Schnee dazu kommen, das kann zu mittleren bis sehr großen Lawinen führen. "Zahlreiche Sperren, auch von Straßen, sind daher absehbar. Wir wollen auf diese extreme Situation und den Notfall bestmöglich vorbereitet sein", betont Altenhofer. Im ganzen Land wird verbreitet Lawinenwarnstufe 4 herrschen, betroffen sind vor allem die Nordalpen und die Niederen Tauern. Eine Entspannung der Lawinensituatione ist erst am Montag zu erwarten.

Infografik. SN/APA
Infografik.

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