Chronik

Lawinenkurse sind für dieses Jahr abgesagt

Erfahrene Kommissionsmitglieder sollen ihr Wissen intern zur Verfügung stellen. Neue Technik ermöglicht regional genauere Beurteilungen.

Lawinenkurs am Kitzsteinhorn SN/berthold schmid
Lawinenkurs am Kitzsteinhorn

Aufgrund der massiv verschärften Coronasituation mit stark steigenden Infektionszahlen können heuer die alljährlich Ende November am Kitzsteinhorn in Kaprun stattfindenden Grundausbildungslehrgänge für Mitglieder von örtlichen Lawinenwarnkommissionen nicht durchgeführt werden. Dies musste am Donnerstag Norbert Altenhofer, Leiter des Salzburger Lawinenwarndienstes, allen betroffenen Gemeinden sowie an die Bezirksverwaltungsbehörden mitteilen. Rund 60 Teilnehmer waren für diese Grundausbildung gemeldet gewesen.

"Wir können bis Ende dieses Jahres leider keine alternativen Ausbildungen anbieten", so Altenhofer. Um jedoch die uneingeschränkte Einsatzfähigkeit aller Kommissionen für die kommende Wintersaison zu gewährleisten, werden bereits erfahrene Kommissionsmitglieder in den Gemeinden ersucht, neu eingetretene und noch nicht so erfahrene Mitglieder intern in Kleinstgruppen mit maximal drei Teilnehmern zu schulen. "Das betrifft natürlich die Feldarbeit mit dem Erstellen von Schneeprofilen und vieles mehr", so Altenhofer.

Parallel bestehe auch ein Telefonsupport des Lawinenwarndienstes rund um die Uhr, über den im Fall des Falles geeignete Hilfestellung gegeben werden könne.

Norbert Altenhofer kann mit Beginn der neuen Saison auch mit einem neuen Projekt aufwarten: "Als Ergebnis eines gemeinsamen Projekts der Länder Kärnten, Nieder- und Oberösterreich sowie Salzburg und Steiermark wird der Lawinenbericht rechtzeitig mit Winterbeginn statt bisher für sechs fixe Regionen nunmehr für 21 dynamische Kleinstregionen ausgewiesen. Dadurch sind noch exaktere Prognosen als bisher betreffend Lawineneinstufung, Lawinenproblem, Gefahrenbeurteilung, Schneedeckenaufbau sowie Wetter möglich."

Zusätzlich ist nach Darstellung Altenhofers ein sogenanntes LAWIS-Komm-Tool in Zusammenarbeit mit der Fakultät für Geowissenschaften, Geografie und Astronomie der Universität Wien nach Vorgaben des Salzburger Lawinenwarndienstes entwickelt worden. Es ermögliche eine Vereinfachung der Mitglieder- und Dokumentenverwaltung. Auch sei in dieses Tool ein Werkzeug für die Erstellung von Arbeitsberichten zur Dokumentation integriert. Dieses vereinfache die Kommissionsarbeit wesentlich. Erforderliche Schulungen werden in einem ersten Schritt Schriftführern und Obleuten der Kommissionen angeboten.

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