Chronik

Lebensraum für unsere Bienen

Der späte Wintereinbruch mit viel Schneefall ist kein Problem für die Bienenvölker. Mit den ersten Sonnenstrahlen werden die Bienen jetzt aktiv.

Imkermeister Ernst Kocher aus Radstadt hat die ersten Kontrollarbeiten bei seinen Bienenstöcken bereits erledigt: "An schönen Tagen und bei Temperaturen über zehn Grad verlassen Bienen ihre Stöcke, starten mit Reinigungsflügen und gehen auf die Suche nach ersten Blüten."

Die Imkerei boomt auch als Hobby, wie die Nachfrage nach Einsteiger-Kursen zeigt: "Es sind nicht nur Pensionisten, sondern viele junge Leute. Das wachsende Interesse geht quer durch alle Berufsgruppen, vom Hilfsarbeiter bs zum Arzt. Das gilt auch im heurigen Jahr, obwohl coronabedingt viele Kurse nur online stattfinden."

Nach früheren schwierigeren Jahren wie etwa durch die Varroamilbe für die Bienenvölker, sei die Entwicklung jetzt eine positive. Die Bienen von rund 4500 Völkern schwirren im Pongau umher und sammeln Honig. Für Profi-Imker ein positiver Trend, denn heimischer Honig ist beliebt, die Nachfrage groß. "Die Kurse für die zukünftigen Imker sind wichtig, denn sie geben Einblick in die Arbeit. Manche geben auch wieder auf, weil sie sehen, wie viel Aufwand und Wissen nötig ist. Wir betonen immer wieder, dass alle Tierhalter eine profunde Ausbildung brauchen, dafür begleiten wir auch gerne künftige Imker mit unserem Wissen. Denn wir müssen aufpassen: nur eine gute Ausbildung der Imker schützt die Bienenvölker."

Es ist wichtig, den Bienen schon früh im Jahr ein möglichst blütenstaubreiches Futterangebot anzubieten. Jedoch ist nicht alles, was blüht, auch wirklich ein wertvoller Nahrungslieferant:

"Ich habe für Interessierte eine Liste zusammengestellt, welche Pflanzen für Bienen besonders nützlich sind. Die bekommt man von mir." Erste Nahrungsquelle für Bienen sind nun Gehölze wie vor allem die Weide, aber auch Frühlingsboten wie Krokusse, Schneeglöckchen oder Primeln sind außerordentlich gute Pollenlieferanten. "Wenn alle mitmachen und auch rund um das eigene Haus Weiden und andere frühblühende, pollenreiche Blumen, Sträucher und Bäume anpflanzen und pflegen, wird damit ein großer Beitrag zur Gesundheit unserer Bienen geleistet."

Der einfachste Weg für eine bienenfreundliche Umgebung, sind die richtigen Blumen und Pflanzen, die den Bienen Nahrung bieten. Dazu gehört auch eine Vielfalt im Garten, wie blühende Wiesen, Biotope oder bienenfreundliche Bäume und Sträucher. Empfehlenswert ist in diesem Zusammenhang, auf Wiesen zeitversetzt immer nur kleine Flächen zu mähen. "Bienen sichern mit ihrer Bestäubungsleistung die Frucht- und Samenerträge vieler Nutzpflanzen. Jede einzelne Biene ist ein kleines Wunder in dem perfekt organisierten Bienenstaat.
Gleichzeitig sind sie auf ein lückenloses Angebot von Nektar, Honigtau und Pollen angewiesen. Eine Verbesserung der Bienenweide sichert somit die Grundlage der Imkerei und trägt zur ökologischen Vielfalt bei."

Die heurige Wettersituation ist für die Bienen gut: "Einerseits durch die Feuchtigkeit des Waldbodens, so sind die Wasserspeicher gefüllt. In der Folge ist das auch wichtig für die Honigtauerzeuger im Sommer. Trotzdem müssen wir Imker gut aufpassen, immer besteht durch schöne Frühlingstage auch eine Gefahr des Verhungerns, selbst der starken Bienenvölker."

Ernst Kocher startete schon vor 36 Jahren mit der Kultivierung von Heilkräutern und Gewürzpflanzen: "Diese Verbesserung ist eine Symbiose für Bienen und Kräuter. Der Nutzen für die Bienen kommt auch in mehrfacher Weise den Pflanzen, den Tieren, und letztlich den Menschen zugute. Daher meine Bitte an alle Pflanzen- und Bienenliebhaber: Schaut auf die richtige Auswahl bei den Samen und Pflanzenzukäufen und auch auf den Nutzen für die Bienen."

Er bittet auch alle Honigkunden, etwaige gebrauchte Gläser an die Imker zu retournieren: "Keinesfalls sollte man ungereinigte Honiggläser entsorgen, das kann Krankheiten bei Bienen auslösen. Ich bedanke mich auch im Namen aller Imker bei Landwirten, die den Löwenzahn blühen lassen und erst danach mit der Heuernte beginnen."


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Aufgerufen am 14.08.2022 um 11:31 auf https://www.sn.at/salzburg/chronik/lebensraum-fuer-unsere-bienen-101915977

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