Chronik

Lehrling vor Abschiebung

Gut integriert und eine wichtige Arbeitskraft im Hotel "Alte Post": Dennoch soll ein afghanischer Kochlehrling noch heuer abgeschoben werden.

 Der Kochlehrling Jalali Shadi Khan (im Bild mit seinem Chef Anton Knapp) soll zurück nach Afghanistan. Bild: Knapp SN/sw
Der Kochlehrling Jalali Shadi Khan (im Bild mit seinem Chef Anton Knapp) soll zurück nach Afghanistan. Bild: Knapp

"Menschlich voll in Ordnung und sehr fleißig", so beschreibt Anton Knapp, Chef des Hotels "Alte Post", seinen Kochlehrling Jalali Shadi Khan.

Der 21-jährige Afghane steht unmittelbar vor Ende seines zweiten Lehrjahres, seine Lehre abschließen wird er aber nach derzeitigen Stand nicht können, denn er erhielt einen negativen Asylbescheid. Dazu Knapp: "Wir haben Rechtsmittel gegen den Bescheid eingelegt, aber die Chancen stehen nicht gut." Die Abschiebung in das von jahrzehntelangem Krieg zerrüttete Land droht noch im Dezember.

Knapp weiter: "Jalali kam vor zwei Jahren hoch motiviert zu uns, er wollte unbedingt arbeiten. Wenn er jetzt abgeschoben wird, steht er ohne irgendeinen Abschluss vor dem Nichts, von der gefährlichen Situation in Afghanistan ganz zu schweigen. Ich habe in letzter Zeit viel dazu recherchiert, das Land ist alles andere als sicher."

Auch betrieblich ist die Situation für den Hotelier schwierig: Kurz vor der Wintersaison einen Koch(lehrling) zu bekommen, ist kaum möglich.

Es gibt auch politische Reaktionen zu diesem Fall: SPÖ-Arbeitsmarkt- und Tourismussprecher Gerald Forcher meinte zu vorliegendem Fall: "Einen bestens ausgebildeten Koch im dritten Lehrjahr abzuschieben, ist menschlich und wirtschaftlich gesehen ein Wahnsinn!" Er sprach von einem Sinnbild für eine verfehlte Integrations- und Arbeitsmarktpolitik.

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Aufgerufen am 20.01.2022 um 05:14 auf https://www.sn.at/salzburg/chronik/lehrling-vor-abschiebung-78827572

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