Chronik

Lokalaugenschein soll Klarheit über Bluttat bringen

Der Tatverdächtige in Saalfelden lieferte unterschiedliche Darstellungen, warum er seine 20-jährige Bekannte mit zahlreichen Messerstichen getötet hat.

Lokalaugenschein soll Klarheit über Bluttat bringen SN/anton kaindl
In diesem Mehrparteienhaus in Saalfelden geschah die Bluttat.

Die Ermittlungen rund um die Bluttat an einer 20-jährigen Frau in Saalfelden vor zwei Wochen fordern die Kriminalisten. Wie berichtet, soll ein 20-Jähriger eine gleichaltrige Bekannte in der Wohnung eines Mehrparteienhauses im Ortsteil Uttenhofen mit zahlreichen Messerstichen getötet haben. Die Mutter des mutmaßlichen Täters, die nach der Tat in die Wohnung kam, alarmierte damals die Polizei.

Seitdem ranken sich viele Gerüchte um die Bluttat. Im Salzburger ORF wird seit Tagen unter Hinweis auf sogenannte Insider darüber berichtet, der Tatverdächtige habe einen Ritualmord verübt, das Opfer geschändet und ein okkultes Muster in die Haut der Toten gestochen. Anfangs war hingegen allgemein von einer Eifersuchts- oder Beziehungstat die Rede gewesen. Zuletzt berichtete der ORF mehrmals über den Verdacht, es könne sich um einen Fall von Kannibalismus handeln. Darauf gibt es nach SN-Recherchen jedoch keinen Hinweis.

Alle Spekulationen werden von den Ermittlungsbehörden wie Polizei und Staatsanwaltschaft weder bestätigt noch dementiert, zu unklar sei nach wie vor die Sachlage. Neugier oder Eifersucht? Tatmotiv unklar Nach SN-Recherchen stellt sich der komplexe Fall bisher so dar: Der tatverdächtige 20-Jährige soll in der Vergangenheit Internetseiten besucht haben, auf denen dargestellt wird, wie ein Mensch gezielt mit einem Messer getötet werden kann. Möglicherweise habe er seine Bekannte im alkoholisierten Zustand als Opfer auserkoren.

Die junge Frau scheint freiwillig in seine Wohnung gekommen zu sein. Der mutmaßliche Täter soll offenbar mehrmals und heftig auf das Opfer eingestochen haben. Interessant erscheint die Verantwortung des Tatverdächtigen. Dieser hat sich offenbar mehrmals widersprochen.

So soll er einerseits ausgesagt haben, aus "reiner Neugierde" getötet zu haben. Ein anderes Mal soll er Eifersucht als Tatmotiv angegeben haben. Angeblich hatte er auch Angst, im Gefängnis mit Mitgefangenen in einer Zelle untergebracht zu werden. Er befürchtete offenbar Misshandlungen durch die Mitgefangenen. Das soll ihn dazu bewogen haben, die Tat als die eines äußerst gefährlichen Mannes darzustellen - mit dem Kalkül, so in eine Einzelzelle zu kommen. Wenig später soll er diese Behauptungen aber wieder zurückgenommen haben.

Für die Ermittlungsbehörden wird ein umfangreicher Lokalaugenschein mit dem Tatverdächtigen in Beisein von Gerichtsmedizinern, Sachverständigen und Staatsanwalt sowie Haftrichter von besonderer Aussagekraft sein. Ein solcher soll demnächst stattfinden.

Ein Sachverständiger muss klären, ob der 20-Jährige zurechnungsfähig war. Als jugendlicher Erwachsener kann er zu keiner lebenslangen Freiheitsstrafe verurteilt werden. Sollte er als geistig abnormer Straftäter verurteilt werden, käme er in eine Anstalt.

Aufgerufen am 15.11.2018 um 02:19 auf https://www.sn.at/salzburg/chronik/lokalaugenschein-soll-klarheit-ueber-bluttat-bringen-3067870

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