Chronik

Lovescam - Betrüger prellten zwei Salzburgerinnen um 58.000 Euro

Wieder einmal haben Lovescam-Kriminelle im Land Salzburg gutgläubige Opfer um jede Menge Geld erleichtert. Zwei Frauen waren im Internet auf die vermeintlich große Liebe gestoßen …

Internetbetrug – Salzburgerinnen verloren sehr viel Geld. SN/apa (afp/archiv)
Internetbetrug – Salzburgerinnen verloren sehr viel Geld.

Eine 66-jährige Lungauerin und eine 34-jährige Pinzgauerin wurden laut Polizeibericht jeweils Opfer dieser besonderen Betrugsform. Die beiden Frauen meldeten sich auf unterschiedlichen Datingplattformen an und wurden jeweils von unterschiedlichen Männern angeschrieben.

Diese gewannen im Lauf der Onlinechats schrittweise das Vertrauen der Frauen und verleiteten sie in weiterer Folge zu mehreren Banküberweisungen. Die Pinzgauerin zahlte insgesamt rund 8000 Euro an ihren "Verehrer". Von einer weiteren überaus hohen Zahlung, für die sie sogar einen Kredit aufnehmen wollte, wurde die 34-Jährige von einer Bankangestellten abgehalten. Die 66-jährige Lungauerin überwies insgesamt rund 50.000 Euro.

Das steckt hinter dem Lovescam:

Der englische Begriff setzt sich aus den Wörtern "love" (Liebe) und "scam" (Betrug) zusammen. Bei dieser Betrugsform nutzen die Täter die vermeintliche Zuneigung von Frauen und Männern aus, um das Opfer zu Zahlungen zu bewegen. Sie hat sowohl weibliche als auch männliche Opfer. Mittels Telefonaten, E-Mails und anderen Kommunikationsformen der Neuen Medien wird den Opfern eine Art Beziehung vorgespielt und in weiterer Folge werden sie finanziell ausgebeutet.

Und dann wird ein Kind schwer krank

Nach Aufbau einer Vertrauensbasis und Zusage eines Treffens wird unter dem Vorwand einer Notsituation ("ich wurde soeben beraubt" oder das plötzlich schwer erkrankte Kind oder die Mutter) um finanzielle Unterstützung ersucht. Geldbeträge sollen dann wegen der schlechten Rückverfolgbarkeit per Money-Transfer-Dienst übermittelt werden. Wird dennoch einmal bezahlt, erfolgt sofort die nächste Hiobsbotschaft und ein weiterer schwerer Schicksalsschlag erfordert eine neuerliche Überweisung. Durch die zum Teil sehr emotionellen Affären wurden so Geschädigte bereits um sehr hohe Beträge gebracht.

Tatsächlich sind die "geliebten" Personen in der von diesen dargestellten Art gar nicht existent. Dahinter stecken üblicherweise perfekte Betrüger mit guten Umgangsformen und guter Tarnung, bei den vorgegebenen Identitäten handelt es sich um normale, situierte Bürger, welche noch nicht einmal ahnen, dass hier ihr Name und zum Teil ihr Internetauftritt für Betrugszwecke verwendet werden.

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