Chronik

Lungauer Alpinpolizist und Bergführer bestieg Mount Everest

Der Alpinpolizist Rupert Hauer hatte im Mai 2013 knapp unterhalb des Gipfels umgedreht, um einem erblindeten Bergsteiger zu helfen.

Der 49-jährige Mauterndorfer Rupert Hauer hat es bis auf’s Dach der Welt geschafft.  SN/privat
Der 49-jährige Mauterndorfer Rupert Hauer hat es bis auf’s Dach der Welt geschafft.

Der Salzburger Bergführer und Alpinpolizist Rupert Hauer hat am Mittwoch erfolgreich den Mount Everest (8848 Meter) bestiegen. Der 49-jährige Mauterndorfer (Lungau) hatte im Mai 2013 für Aufmerksamkeit gesorgt, als er rund 150 Höhenmeter unterhalb des Gipfels den eigenen Besteigungsversuch abbrach, um einem erblindeten amerikanischen Bergsteiger zu helfen. Er rettete dem Mann damit das Leben.

Dem US-Amerikaner waren damals nach dem Aufbruch vom letzten Hochlager die Sonnenbrillen vereist. Er ging ohne Brillen weiter - mit dramatischen Folgen. Obwohl es noch dunkel war, blies der ständige Wind in die ungeschützten Augen des Mannes. Kurz vor dem Gipfel war der Bergsteiger völlig erblindet und drehte mit seinem Sherpa um. Hauer - er war bei seinem Besteigungsversuch alleine und ohne Flaschensauerstoff unterwegs - stieß im Aufstieg auf die zwei Männer und half ihnen über Kletterstellen und absturzgefährdete Bereiche zurück ins Hochlager.

Ein trotz der vorhandenen Fixseile höchst anstrengendes Unterfangen: Hauer zog sich beim Rettungseinsatz schwere Erfrierungen an der Nase zu. Gezögert, zu helfen, habe er aber nicht, sagte der Salzburger später im APA-Gespräch. "Diese Frage hat sich nicht gestellt." Als er auf den Amerikaner traf, sei klar erkennbar gewesen, dass es diesem schlecht gehe. Ein deutscher Expeditionsveranstalter schrieb damals, dass es noch nie zuvor gelungen sei, einen Erblindeten vom Gipfel lebend zurück ins dritte Hochlager zu bringen.

Comeback fünf Jahre später

Fünf Jahre später kehrte Hauer nun zum Mount Everest zurück. Er war beim aktuellen Gipfelerfolg allerdings nicht mehr alleine und ohne Flaschensauerstoff, sondern als Führer einer Expedition des Tiroler Reiseveranstalters Furtenbach Adventures engagiert. Er leitete mit der Hilfe von Sherpas vier Teilnehmer aus den USA, Deutschland und Österreich über die Nordroute von der chinesischen Seite auf den höchsten Berg der Erde. Die Gruppe hatte sich seit Mitte April im Basislager auf 5.200 Meter aufgehalten und mehrere Akklimatisierungstouren durchgeführt.

Eine Sprecherin des Reiseveranstalters bestätigte am Donnerstag gegenüber der APA den Gipfelerfolg: "Es geht ersten Informationen zufolge allen gut. Die Gruppe ist aber noch nicht zurück im Basislager."

Quelle: APA

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