Chronik

Mängel in Seniorenheimen: Stadt Salzburg setzt auf Transparenz

Die Stadt Salzburg veröffentlicht nun, was Prüfer in den Seniorenwohnhäusern beanstanden. Senioren in Wohngemeinschaften sollen zudem mehr selbst entscheiden können.

Keine Aufrichtehilfe am Bett, fehlende Erinnerungs- und Orientierungshilfen in den Zimmern und ein überschrittenes Haltbarkeitsdatum von Cremen: Diese Mängel stehen im jüngsten Prüfbericht zum Seniorenwohnhaus Hellbrunn. Was früher nicht verraten wurde, ist nun für jeden öffentlich einsehbar. Alle Aufsichtsberichte des Landes zu den fünf städtischen Seniorenwohnhäusern, sowie die daraus resultierenden Maßnahmen werden künftig auf der Homepage der Stadt Salzburg veröffentlicht. Für Sozial-Vizebürgermeisterin Anja Hagenauer (SPÖ) ist das der richtige Schritt, um auf etwaige Kritik zu reagieren: "Wir haben hier überhaupt nichts zu verbergen. Ganz im Gegenteil sehe ich die Berichte als Chance, Fehler zu vermeiden und Entwicklungspotenziale frühzeitig zu erkennen."

Kontrollen finden unangemeldet statt

Die Ergebnisse der Aufsichtsberichte werden durch eine behördliche Aufsicht durch das Land Salzburg erstellt. Diese Kontrolle findet mindestens einmal pro Jahr statt - unangemeldet, versteht sich. Geprüft werden dabei Mindeststandards anhand eines vorgegebenen Kriterien-Katalogs. Ein Team von Rechts- und Pflegeexperten überprüft Unterlagen, Dienstpläne oder Aufzeichnungen über Medikamentengaben. Des Weiteren werden die Mitarbeiter bei der Arbeit kontrolliert und Gespräche mit den Bewohnern geführt. Auffälligkeiten werden anschließend gemeldet und dokumentiert. "Heuer hatten wir eine verpflichtende Beanstandung. Da hat im Seniorenwohnhaus Hellbrunn, laut Bericht einer Bewohnerin, eine Pflegehilfe nach Anweisung einer Diplompflegekraft eine Infusionsnadel entfernt. Das ging bis dato natürlich nicht", sagt Ernst Hörzing, Leiter der Senioreneinrichtungen der Stadt Salzburg. Die Verbesserungsvorschläge der Seniorenwohnhäuser gelten als Empfehlungen des Landes und werden umgehend geprüft. Der zentrale Pflegedienstleiter Christoph Baumgärtner berichtet, dass es in den Wohnhäusern zwischen zehn und 25 Empfehlungen der Landesaufsicht gäbe. "Wir prüfen das alles umgehend nach und setzen entsprechende Maßnahmen. Außerdem wollen wir die Pflegedokumentation auf ein neues System umstellen, das den Mitarbeitern mehr Zeit für ihre Betreuungstätigkeit lässt", sagt Baumgärtner.

Senioren dürfen auch später essen

Neue Standards setzen die städtischen Seniorenwohnhäuser bei den Hausgemeinschaften. Dabei leben rund zwölf Senioren in Wohngruppen zusammen. Besonderes Augenmerk liegt auf der Entscheidungsfreiheit der Bewohner. "Niemand wird gezwungen an gemeinsamen Aktivitäten teilzunehmen. Wir möchten den Senioren dieses Wohnempfinden bieten, das sie auch von Zuhause gewohnt sind. Wer sein Mittagessen nicht um 11.30 Uhr einnehmen möchte, darf auch später an den Mittagstisch sitzen. Die Hausgemeinschaften eignen sich auch für die höchste Pflegestufe, Stufe sechs", sagt Baumgärtner. Dabei stehe nicht die Pflege sondern der Wohlfühlfaktor der Pensionisten im Vordergrund. Bei der Anmeldung zu den Hausgemeinschaften befinden sich rund 60 Personen auf der Warteliste.

Quelle: SN

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