Chronik

Manager wird Landwirt in Werfen?

Das Neubauprojekt am Feuersengköpfl war Gegenstand einer SPÖ-Landtagsanfrage.

Über einen Neubau einer Landwirtschaft am Feuersengköpfl wird in Werfen heftig diskutiert. SN/Robert Ratzer
Über einen Neubau einer Landwirtschaft am Feuersengköpfl wird in Werfen heftig diskutiert.

Der große landwirtschaftliche Neubau des "Riesenlehengutes" am Feuersengköpfl (Werfen) führt zu zahlreichen Diskussionen in der Bevölkerung:

Wer baut hier und rodet dabei eine große Fläche, die zentral gelegen, vis-à-vis der Burg Hohenwerfen, und weithin sichtbar ist?

SPÖ-Landtagsabgeordnete Karin Dollinger stellte zum Neubauprojekt im Salzburger Landtag eine Anfrage: "Es gibt immer mehr reiche Leute, die landwirtschaftliche Flächen in Bestlage erwerben und dann vielleicht ein Schaupferd im Stall dort hinstellen", meint sie und fügt hinzu: "So treibt man auch für unsere Bauern die Grundstückspreise in enorme Höhen."

Die Liegenschaft, für die 18.100 Quadratmeter gerodet wurden, erwarb der Schweizer Unternehmer Dieter-Max Schenk, im Bezirk als mehrfacher Jagdpächter, wie etwa im Tennengebirge, bekannt. Die Anfrage von Dollinger beinhaltete Fragen wie: Ist dieser Eigentümer auch anerkannter Landwirt und wird der Neubau als Landwirtschaft geführt? Hätte ein ortsansässiger Landwirt nicht auch diese Liegenschaft erwerben können?

Schenk war zum Zeitpunkt des Erwerbes im Jahr 2017 bereits seit 2016 als Pächter eines landwirtschaftlichen Betriebes und auch als Landwirt registriert. Er erwarb die Liegenschaft zum Preis von 13,31 Euro/m22, heißt es in der Anfragebeantwortung.

Die Genehmigungen wurden von der Bezirkshauptmannschaft erteilt, "auch die Landesumweltanwaltschaft war involviert und erhob damals keine Einwände", sagt Werfens Bürgermeister Hubert Stock (ÖVP): "Die Planung sieht vor, dass auf der Liegenschaft ein Bauernhaus, ein landwirtschaftliches Wirtschaftsgebäude samt Schlacht-, Kühl- und Reiferaum nebst landwirtschaftlichem Nebengebäude, ein Austragshaus und eine Remise errichtet werden."

"Der ursprüngliche Hof wurde auf gut 100 Metern auf einen besseren Standort verlegt", empört sich Dollinger. Tatsächlich wurde die Liegenschaft aus einer Muldenlage auf einen neuen Standort verlegt. Es seien landwirtschaftliche Flächen, die bereits zugewachsen waren, wieder reaktiviert worden. "Diese werden in der Folge kultiviert", so Stock. "Es wird dort eine Landwirtschaft betrieben, das ist der Gemeinde zugesagt worden und das ist uns auch wichtig. Damit in diesem Gebiet Landwirtschaft erhalten bleibt."

"Wenn man genau hinschaut, so wird das derzeit in vielen Salzburger Gemeinden so praktiziert", meint die Landtagsabgeordnete Dollinger, "und Natur auch unter anderem für ChaletBauten gefügig gemacht. Noch immer gibt es kein neues Grundverkehrsgesetz, das solche Scheinlandwirte verhindert. Ist mit Geld alles machbar? Die Raumordnung gehört endlich und dringend novelliert."

Ursprüngliche Gerüchte sprachen auch von einem Chalet-Bau am Feuersengköpfl: "Ich sehe das wie die Landtagsabgeordnete Dollinger, dass hier Anpassungen im Grundverkehrsgesetz nötig sind, damit künftig keine Spekulationen mit vorgeschobenen landwirtschaftlichen Betrieben im Grünland passieren", betont Stock, doch dort sei das nicht der Fall. Die Wasserversorgung im Gebiet ist spärlich, "es gibt keine Quellen und der neue Eigentümer muss nun Wasser vom Ort hinaufpumpen. Diese Leitungen werden auf seine Kosten gebaut. Auch das ist natürlich geprüft worden."

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