Chronik

Mann niedergeschossen: Polizei ermittelt nach dritter Gewalttat in Salzburger Park

Das Opfer musste in der Nacht auf Mittwoch im Uniklinikum Salzburg notoperiert werden. Die Polizei fahndet nach drei Tätern. Der Grund für die Schießerei ist noch unklar.

Passanten alarmierten am Dienstag kurz nach 22 Uhr die Polizei, als sie im Dr.-Hans-Lechner-Park im Salzburger Stadtteil Schallmoos mehrere Schüsse hörten. Der Park befindet sich an der Bayerhamerstraße neben der Zentrale der Salzburg AG. Als die Beamten wenig später dort eintrafen, fanden sie im Bereich des Kinderspielplatzes einen 35-jährigen Serben mit drei Schusswunden. Bevor der Schwerverletzte vom Roten Kreuz ins Krankenhaus gebracht wurde, sagte er der Polizei noch, dass drei unbekannte Männer auf ihn zugegangen seien und auf ihn geschossen hätten.

Unmittelbar nach der Schießerei nahm die Polizei einen Verdächtigen fest. Der Mann hatte sich von einer Passantin unweit des Tatorts ein Handy ausgeliehen. Die Frau vermutete, dass es sich um einen der Täter handelte, und informierte die Polizei, die ihn in der Schallmooser Hauptstraße schnappte. Am Mittwoch wurde der Verdächtige aber wieder freigelassen. Wie sich herausstellte, handelte es sich um einen Bekannten des Opfers, der vor der Tat mit diesem unterwegs war. Er hatte den 35-jährigen Serben aus den Augen verloren und wollte mit dem Handy den Kontakt mit ihm wieder aufnehmen.

Die Schüsse trafen das Opfer in eine Schulter, ein Bein und im Bauch. Es handelte sich um einen Durchschuss und zwei Steckschüsse. Nach einer Notoperation durch Unfall- und Allgemeinchirurgen im Uniklinikum Salzburg befand sich der Mann am Mittwoch auf dem Weg der Besserung, wurde aber noch auf der Intensivstation behandelt. Laut seinen Ärzten hatte der Mann Glück, dass der Bauchschuss keine inneren Organe getroffen hatte.

Am Mittwochnachmittag machten sich Ermittler auf den Weg ins Uniklinikum, um mit dem Verletzten zu sprechen. Die Ärzte hatten grünes Licht gegeben. Der Serbe war dann aber nach seinen Schussverletzungen und der Operation zu schwach, um Auskünfte zu erteilen. Die Polizei hofft nun, dass sie den Mann heute, Donnerstag, vernehmen kann und dabei mehr erfährt. Bis jetzt ist weder der genaue Ablauf der Tat noch ein mögliches Motiv bekannt. Auch eine Beschreibung der Täter liegt noch nicht vor. Am Mittwochvormittag suchten Ermittler des Landeskriminalamts auch noch einmal den abgesperrten Tatort nach Spuren ab, fanden aber keine neuen Hinweise.

Die Schießerei war bereits die dritte Gewalttat im Bereich des Parks innerhalb weniger Monate. Am 22. Mai wurde am Vormittag in der Bayerhamerstraße ein 31-jähriger Syrer niedergestochen. Die Polizei fasste den Täter, einen 22-jährigen Landsmann des Verletzten, wenig später im Hans-Lechner-Park. Am 5. Juni versetzte ein 21-jähriger Syrer im Park einem 19-jährigen Afghanen einen Bauchstich - der Täter wurde rechtskräftig verurteilt.

Die Häufung legt die Vermutung nahe, dass sich Kriminalität - zum Beispiel Drogengeschäfte - vom stark überwachten Bahnhofsbereich in die nicht weit entfernte Gegend um den Lechner-Park verlagert hat. Von der Polizei heißt es dazu, für solche Schlussfolgerungen sei es zu früh, solang man nichts Näheres über die Hintergründe der Schießerei wisse. Danach werde man die Lage analysieren. Bisher sei der Lechner-Park aber nicht als Drogenumschlagplatz bekannt.

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