Chronik

Mann wollte seiner Frau helfen: Ehepaar ertrank im Fuschlsee

Das Paar aus Elsbethen schwamm laut Polizei 50 bis 70 Meter vom Ufer entfernt, als die Frau unterging. Eine Expertin empfiehlt gerade älteren Badegästen eine Schwimmboje mitzunehmen.

Bei einem Badeunfall am späten Mittwochvormittag im Fuschlsee sind ein 81-jähriger Mann und dessen 78-jährige Frau ertrunken. Das Ehepaar aus Elsbethen war laut Angaben der Polizei beim Badeplatz Wesenauer im See schwimmen, als die Frau rund 50 bis 70 Meter vom Ufer in der Nähe einer Plattform entfernt unterging. Der Mann wollte seiner Frau noch zur Hilfe kommen, geriet dabei aber selbst in Schwierigkeiten.

Badegäste, die auf die Hilfeschrei des Mannes aufmerksam wurden, verständigten die Einsatzkräfte. Die Feuerwehr wurde um 11.15 Uhr alarmiert. "Wir haben gesehen, dass eine Person von einem Badegast ans Ufer gebracht worden ist", schildert Ortsfeuerwehrkommandant Peter Radauer das Eintreffen am Einsatzort. Laut Radauer hatte ein Stand-up-Paddler, den leblosen 81-Jährigen aus dem Wasser gezogen. Ein Notarzt versuchte erfolglos den Pensionisten zu reanimieren.

Die Fuschler Feuerwehr, die mit 18 Leuten im Einsatz war, fuhr mit einem Boot auf den See und markierte mit einer Boje die Stelle, bei der die Vermisste unter der Wasseroberfläche vermutet wurde. Inzwischen waren mehrere Taucher der Wasserrettung und der Salzburger Berufsfeuerwehr angerückt. Die Wasserretter entdeckten die 78-Jährige nach kurzer Zeit in rund vier Metern Tiefe. "Nach zirka vier Minuten haben unsere Taucher die Frau geborgen und dem Notarzt übergeben", sagt Einsatzleiter Michael Pacher. Zwischen der Alarmierung und der Bergung war etwa eine Stunde vergangen - auch für die Frau kam jede Hilfe zu spät.

Für die Fuschler Feuerwehr seien Einsätze wegen Badeunfällen "eher selten", sagt Kommandant Radauer. Zumeist müsse man wegen Bootsfahrern auf den See ausrücken, die Hilfe benötigten, wenn ein Sturm aufziehe.

Erst am Freitagabend war es in der Stadt Salzburg zu einem schweren Badeunfall gekommen. Ein 20-jähriger Marokkaner ging nach mehreren Hilfeschreien im Salzachsee in Liefering unter. Der Mann dürfte rund zehn Minuten unter Wasser gewesen sein, als ihn die beiden Bademeister entdeckten und aus dem Wasser bargen. Die Männer begannen mit der Reanimation. Der 20-Jährige wurde von der Rettung ins Uniklinikum gebracht.

Das Kuratorium für Verkehrssicherheit (KFV) zählte in den Jahren 2009 bis 2018 in Salzburg 27 Badetote - österreichweit waren es in diesem Zeitraum 382. Die meisten tödlichen Unfälle betrafen demnach die Altersgruppe über 65 Jahre mit zwölf Toten - bei den unter 25-Jährigen gab es sechs, bei den 25- bis 64-Jährigen neun Tote. In den meisten Fällen seien Herz-Kreislaufprobleme die Ursache, sagt KFV-Präventionsexpertin Johanna Trauner-Karner. "Wir empfehlen eine Schwimmboje mitzunehmen und nicht alleine ins Wasser zu gehen oder jedenfalls jemanden an Land zu informieren."

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