Chronik

Maria Alm erneuert sich an allen Ecken

Viel ist derzeit im Umbruch, ganz abseits von fremdfinanzierten Apartments. Es geht um Infrastruktur für die kommenden Jahrzehnte.

Rasant veränderte sich das Ortsbild in den vergangenen Jahren. Speziell an der Einfahrt. Neue touristische Projekte, große Apartmentanlagen: Bettenzuwachs stand auf der Tagesordnung. So sind Kräne in Maria Alm bei kritischen Beobachtern oft mit Bauchweh verbunden. Derzeit geht es vor allem um "andere" Bauten. Neben dem großen Hochwasserschutz-Projekt im Zentrum (die PN berichteten) entstand und entsteht an vielen Stellen Neues.

Volksschule/Kindergarten

Mehr Platz wurde notwendig. Speziell für die Kleinkindbetreuung. "Über Jahre wurde geplant, verschiedene Varianten wurden geprüft. Es ist sehr wichtig, dass wir hier initiativ geworden sind", sagt Bürgermeister Hermann Rohrmoser (SPÖ). Heuer wurde endgültig aufgestockt, rund 2,5 Millionen Euro flossen in das Projekt "Um- und Erweiterungsbau Volksschule/Kindergarten". Die markantesten Änderungen: ein zusätzliches Geschoß mit vier Klassen und Nebenräumen sowie ein neuer Verbindungsgang zwischen Volksschule und Kindergarten. Der Betrieb läuft. Und durch den Umbau findet der Kindergarten jetzt zusätzlich im Erdgeschoß der Volksschule Platz.


Feuerwehrhaus

Eine ungewöhnliche Kombination entsteht direkt an der B 164 nahe der Ortseinfahrt - Feuerwehrzeugstätte, Personalzimmer und geförderte Mietwohnungen in einem. Die Wohnbaugenossenschaft Bergland ist der Bauträger. Die Zeugstätte gehört der Gemeinde und kostet diese rund 3,2 Millionen Euro, die Wohnungen und Personalzimmer gehören der Bergland, wobei das Vergaberecht für die Wohnungen bei der Gemeinde liegt. Am Wochenende übersiedelte die Feuerwehr ihren Fuhrpark und alles Weitere.

"Wir freuen uns sehr über das neue Zuhause. Modernere Zeiten mit fast doppelt so viel Platz brechen an", sagt Ortsfeuerwehrkommandant Hannes Esselberger. So gibt's zum Beispiel jetzt einen Seminar- und einen Jugendraum sowie Umkleiden für Herren und Damen.

Das alte Feuerwehrgebäude aus dem Jahr 1983, das ansonsten aufwendig saniert hätte werden müssen, wird adaptiert und künftig anderweitig genutzt - etwa vom Tourismusverband und vom Wirtschaftshof.

Straße in Richtung Jufen

Riesige Steinmauern springen ins Auge, wenn man die Abzweigung in Richtung Jufenalm nimmt. Ein mehrjähriges Projekt ist im Gange. Julia Madlmayr, Bauleiterin Pinzgau im Referat für Ländliche Verkehrsinfrastruktur, schildert: "Die bestehende Straße erfüllt nicht mehr die Bedingungen, die in der heutigen Zeit an eine zeitgemäße Weganlage im ländlichen Raum gestellt werden. Die Straße wurde im Jahr 1960/61 für eine Tragfähigkeit von sechs Tonnen gebaut. Sie wurde im Lauf der letzten Jahrzehnte immer wieder nur unzureichend verbessert und asphaltiert."

Die Tragfähigkeit, das Lichtraumprofil und die Entwässerungseinrichtungen seien völlig unzureichend und entsprächen keinesfalls dem heutigen Stand der Technik. "Talseitig sind kaum mehr Bankette vorhanden und die Bestandstraße hat Steigungen bis 17 Prozent. Die Fahrbahn ist sehr schadhaft und weist starke Verdrückungen auf, sodass eine sichere Befahrung vielfach nicht mehr möglich ist", so Madlmayr weiter. Das Wegprojekt beginnt abzweigend von der B 164, der "Hochkönig Straße". Die Bauarbeiten starteten im Herbst 2019 und wurden im Frühjahr fortgesetzt. Es erfolgte ein Höhenausgleich im geringfügigen Ausmaß und eine Aufweitung der ersten Kehre, damit kann eine Höchststeigung von 13 Prozent eingehalten werden. Von dem rund 3,3 Kilometer langen Wegenetz werden in den nächsten drei Jahren knapp zwei Kilometer umgebaut.

Die voraussichtlichen Gesamtbaukosten betragen 1,7 Millionen Euro. Das Land Salzburg übernimmt 65 Prozent, die Gemeinde Maria Alm 15 Prozent und die beteiligte Bringungsgemeinschaft Obersonnberg Jufen 20 Prozent.

Auch ein möglicher Ausbau der Jufenalm wurde in der Gemeinde schon heiß diskutiert. Rund 100 Betten mehr könne er sich dort nicht vorstellen, sagt Bürgermeister Rohrmoser. Die Pläne hingen in der Schwebe, spruchreif sei noch nichts.

Neuer Lift

Es ist heuer kein millionenschweres Großprojekt. Aber doch: Bald geht wieder eine neue Anlage in Betrieb. Dieser Tage wurden die Stützen für den Tellerlift Natrun aufgestellt - zwischen dem "Doppelbügler" Natrunlift und der Natrunbahn. "Wenn zum Beispiel ein Skirennen war, ist es oft eng geworden. Wir können den Bereich jetzt noch besser nutzen und das Übungsgelände ausbauen", sagt Hartwig Moßhammer, Geschäftsführer der Aberg-Hinterthal-Bergbahnen AG. Eine Piste führte schon bisher runter, wo derzeit der rund 200 Meter lange Verbindungslift entsteht. Im September wurde mit dem Bau begonnen, Mitte November soll alles fertig sein, ca. 350.000 Euro werden investiert.

Entwicklung

Maria Alm sitzt auf "Altlasten". Rohrmoser spricht von "über fünf Hektar an vor Jahrzehnten gewidmeten, noch unbebauten Zweitwohnsitzgebieten". Demgegenüber gebe es derzeit keine Baureserven für Einheimische. Der Bürgermeister will sich um Grundstücke für ein Baulandsicherungsmodell bemühen. Und: "Die Umwidmung von Sonderflächen für Großprojekte einschränken."


PINZGAU-NEWSLETTER

Jetzt kostenlos anmelden und wöchentlich topaktuelle Informationen aus Ihrer Region kompakt per E-Mail erhalten.

*) Eine Abbestellung ist jederzeit möglich, weitere Informationen dazu finden Sie hier.

Aufgerufen am 05.12.2020 um 04:23 auf https://www.sn.at/salzburg/chronik/maria-alm-erneuert-sich-an-allen-ecken-94473109

Gnadenhof als gemeinsamerLebenstraum

Gnadenhof als gemeinsamerLebenstraum

Als Nadine Langmeier klein war, brachte sie es auf 72 Tiere im und ums Elternhaus. Nun wollen sie und ihr Partner die Tierliebe beruflich ausleben.

Kommentare

Schlagzeilen